Leserückblick: Die erste Hälfte 2020 in Büchern.

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Tatsächlich ist schon wieder fast die Hälfte des Jahres um. Ganz schön schnell ging das. Schnell und turbulent war dieses 2020 bis jetzt. Ich will euch heute die besten 6 Bücher vorstellen, die ich in den ersten 6 Monaten in 2020 gelesen habe.

Eine Ode an das Lesen

Bevor ich mit meiner Liste anfange, will ich noch etwas zum Lesen selbst sagen. Ich lese erst seit einiger Zeit wieder mehr. Es gab Jahre in meinem Leben, da hab ich kaum irgendetwas gelesen. Ein Magazin vielleicht, die Deutsch-Lektüre oder den Uni-Text, aber einfach so was für mich gelesen hab ich quasi nie. Letztes Jahr hab ich das Lesen neu für mich entdeckt. Und jetzt liebe ich es! Da draußen gibt es so viele gute Bücher, schöne Worte, rührende Geschichten, die alle darauf warten, verschlungen zu werden.

Für mich sind Bücher ein Ruhepol geworden. Ich lese jeden Morgen im Bett, um langsam wach zu werden (hier geht’s zu meiner Morgenroutine), ich lese in den öffentlichen Verkehrsmitteln und manchmal, wenn ein Buch besonders toll ist, setze ich mich in den Park oder aufs Sofa und lese einfach so. Ganz konzentriert nur bei einer Sache zu bleiben lässt mich ruhig werden und aufatmen. Das Papier zwischen den Fingern, die Worte im Kopf. Schön.

Meine 6 liebsten Bücher im ersten halben Jahr 2020

Ich habe im ersten Halbjahr dieses Jahres 12 Bücher gelesen. Die besten 6 davon will ich jetzt vorstellen. (Ich hab übrigens schon mal ein paar Lieblingsbücher vorgestellt. Wenn du also noch mehr lesen willst, schau doch mal hier vorbei.)

1 Die Geschichte der Bienen – Maja Lunde

Ein wunderbares, dickes Buch, das ich in weniger als einer Woche durch hatte. Ich konnte das Buch kaum mehr weglegen, so sehr hat es mich gepackt. Das Buch erzählt die Geschichte dreier Familien zu verschiedenen Zeiten, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Es gibt William, der mit seinen Liebsten im England des 19. Jahrhunderts lebt, George, der mit Problemen der heutigen Zeit zu kämpfen hat und Tao, die sich in einer dystopischen Version Chinas im Jahr 2098 durchschlägt. Dicht verwoben sind die drei Schicksale durch die Entwicklung der Bienen. Denn auch die kleinen, fleißigen Insekten haben einen ganz eigenen Werdegang, den das Buch hier wunderbar anschaulich darstellt.

Ich glaube ich habe dieses Buch auch deshalb so geliebt, weil mich Umwelt- und Artenschutz auch im Alltag sehr beschäftigt. Das Bienensterben ist ein ernstes Problem, das wir dringend anerkennen und angehen müssen, bevor es zu spät ist.

2 Die Straße – Cormac McCarthy

Dieses Buch habe ich zum Glück noch vor der ganzen Corona-Krise gelesen, denn die Geschichte einer Dystopie, wie sie schlimmer kaum sein könnte, würde ich niemandem während einer von Haus aus deprimierenden Zeit empfehlen. Die Straße erzählt von einem Mann der mit seinem kleinen Sohn nach dem Weltuntergang um das Überleben kämpft. Die Atmosphäre ist unglaublich düster und das Schicksal der beiden mehr als tragisch. Trotzdem ist das Buch mit Abstand das Beste, das ich dieses Jahr gelesen habe.

Der Autor schafft es mit wenigen, einfachen Worten so viel Emotion zu erzeugen, so viel Liebe und Zärtlichkeit, dass es einem beim Lesen das Herz zerreißt. Die Straße ist eins der rührendsten Bücher, das ich je gelesen habe und gerade wegen dem ungewöhnlich simplen Schreibstil so unglaublich gut.

Auch dieses Buch habe ich in wenigen Tagen verschlungen, die ganze Zeit über war ich in einer melancholischen Stimmung, immer bei den beiden Charakteren im Buch, immer in Gedanken bei einer dystopischen Version dieser Welt.

Es gibt auch einen Film zu diesem Buch, aber ich empfehle euch auf jeden Fall erst das Buch zu lesen! Am besten schaut ihr den Film erst gar nicht. Ich habe nur den Trailer gesehen und der hat schon viel zu viel kaputt gemacht. Man kann diesem Buch nicht gerecht werden.

3 Was man von hier aus sehen kann – Mariana Leky

Das letzte Buch, das ich vor dem Schreiben dieses Blogbeitrags fertig gelesen habe. Was man von hier aus sehen kann erzählt die Geschichte eines eingeschlafenen Dorfes im Westerwald, das mit wenigen, einfach gestrickten Charakteren auskommt und von dem nach außen hin wenig spannenden Leben der Hauptperson Luise berichtet.

Die Autorin schafft es mithilfe ihres wunderschönen Schreibstils dieser nicht unbedingt von vorn herein spannenden Erzählung ganz viel Magie einzuhauchen. Ein Buch über das Leben, über Freundschaft und vor allem über Liebe. Über die Liebe zwischen ganz verschiedenen Menschen. Ich konnte auch dieses Buch kaum weglegen, es war rührend und einfach schön zu lesen.

4 The Hitchhikers Guide to the Galaxy – Douglas Adams

Ich brauchte mal wieder was Leichtes, als mir mein Freund dieses Buch gab. Und das war es letztendlich auch: ein leichtes, lustiges Buch, dass sich gut weglesen lässt. Ich kannte den Film vorher schon vage, konnte mich aber nicht mehr so genau daran erinnern. Der Humor des Autors kommt im Buch jedenfalls sowieso besser an. Außerdem ist es ein Buch, das man prima auf Englisch lesen kann, auch wenn man da nicht so geübt ist. Eine absurde, komische Geschichte voller seltsamer Zufälle und Witz.

5 Devotion, why I write – Patty Smith

Devotion hab ich Anfang dieses Jahres in einer kleinen Wellness Auszeit gelesen. Dieses Buch ist Kunst. Es ist nicht die klassisch stringente Erzählung, der man einfach so folgen kann. Man kann am Ende nicht sagen: So und so war der Inhalt. Devotion muss man auf sich wirken lassen. Man muss das Gefühl aufnehmen, das das Buch transportieren möchte.

Denn darum geht es auf diesen Seiten, die nicht nur mit Worten, sondern auch mit Bildern bedruckt sind. Es geht hier nicht um eine Geschichte, sondern um eine Emotion. Um ein Lebensgefühl. Ich fand es spannend in diese ganz eigenartige Art des Schreibens einzutauchen und einen Eindruck zu bekommen, wie künstlerisch ein Buch tatsächlich fern ab jeder Konvention sein kann.

6 So schön wie hier kanns im Himmel gar nicht sein – Christoph Schlingensief

Schon viel zu lange hatte ich überlegt, dieses Buch nach Empfehlung von Tommi Schmitt endlich mal zu lesen. Zu Ostern hab ich es dann von meinen Eltern bekommen und mir endlich zu Gemüte geführt. Es ist das Tagebuch einer Krebserkrankung.

Das Buch wiegt schwer, es ist chaotisch, aneinandergereihte Gedanken, als würde der Autor zu einem sprechen. Es hat eine Weile gedauert, bis ich in diesen Schreibstil hineingefunden habe und ich glaube auch jetzt, dass ich bei Weitem nicht alles verstanden habe, was sich zwischen den Zeilen des Buches abspielt. Ich denke, ich werde es irgendwann noch ein zweites mal lesen.

Vor allem aber holt einen das Buch auf den Boden der Tatsachen. Gesund zu sein, ist ein wahnsinniges Privileg, das wir viel mehr wertschätzen sollten.

Was ich sonst noch so gelesen habe

Neben den Favoriten hab ich noch ein paar andere Bücher gelesen. Darunter einige Sachbücher bzw. populärwissenschaftlich angehauchte Bücher: Die Kunst des guten Lebens, die innere Ruhe kann mich mal, Utopien für Realisten und the answer. Was mich an solchen Büchern aber leider mittlerweile sehr nervt, ist, dass sie immer so absolut sind. All diese Bücher tun so, als hätten sie die eine Antwort auf alle Fragen gefunden (allen voran bei the answer war das der Fall, aber wen wunderts bei dem Titel). Ich finde es sehr anmaßend so etwas zu behaupten. Wenn mir also jemand gute Ratgeber und Sachbücher empfehlen kann, die differenziert und kritisch an die Dinge herangehen, gerne her damit!

Außerdem lese ich jede Ausgabe der Flow. Ich habe das Magazin schon seit mittlerweile drei Jahren abonniert und freue mich jedes Mal aufs Neue, wenn die nächste Ausgabe erscheint. Ich hab es dieses Jahr auch mal wieder mit anderen Frauenzeitschriften versucht, aber die finde ich nur anstrengend. Die Flow dagegen ist Lebensfreude in Magazinform: wunderschöne Themen, orientiert an kleinem Glück und positiver Psychologie. Noch dazu bin ich begeistert von der Qualität des Magazins, von der Liebe zu Gestaltung, die man darin sehen kann und natürlich von den kreativen Papier-Extras. Große Herzens-Empfehlung!

Und das wars auch schon. Ich bin gespannt, was mir die zweite Hälfte des Jahres an Lesestoff zu bieten hat und hoffe, ich konnte dich ein wenig inspirieren!

5 Kommentare Gib deinen ab

  1. Joramopoet sagt:

    Ist Buch Nr 5, Patty Smith die Musikerin Patty Smith? Weißt du das zufällig oder absichtlich?

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    1. Celine sagt:

      Ja, das ist tatsächlich die Gleiche. Mein Freund hat mir das Buch geschenkt, ich kannte sie vorher ehrlich gesagt nicht. 🙂

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      1. Joramopoet sagt:

        Ich finde, die machte super Musik und Videos. Patty Smith ist schon eine ganz Große!!!

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  2. Was für eine abwechslungsreiche, inspirierende Leseliste! DAs Buch von Patty Smith werde ich mir definitiv als Nächstes holen, deine Beschreibung hat mich sehr neugierig gemacht. 🙂

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    1. Celine sagt:

      Danke dir für dein liebes Feedback! Es freut mich sehr, wenn ich dich inspirieren konnte! 🙂

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