Instagram, du frustrierst mich.

Mind / Thoughts

Instagram. Eine ganze Welt online, auf den Servern von Facebook. Bilderfluten, Hashtags, Selfie-Videos, Gedankenfitzel und vor allem eins: Ganz, ganz viel Selbstdarstellung. Fern ab der Realität, wo die Grenzen zwischen Kunst, Inspiration und reiner Inszenierung verschwimmen, wo jedes Foto Druck auslöst. Einen Druck, dem wir niemals entkommen, solange das kleine lila-pink farbene Icon mit dem Kamera Symbol noch unseren Smartphone Bildschirm schmückt.

In diesem Beitrag soll es darum gehen, warum mich Instagram frustriert und ich trotzdem nicht aufhören kann. Willkommen zu meinem allerersten Social-Media Rant.

700 Follower sind nicht genug

„Ich lade 700 Gäste zu meiner Gartenparty ein.“ Hast du das schon mal jemanden sagen hören? Nein? Ich kann dir sagen warum. 700 Menschen sind wirklich ganz schön viele. Jeder mit gesundem Menschenverstand würde bei dieser Zahl erstmal stutzen. Doch auf Instagram gehen die Relationen verloren. Wir haben gar kein Gefühl mehr dafür, was eigentlich „viel“ und „wenig“ ist. Große Mengen werden zu Nichtigkeiten, alles unter 10.000 kann wohl kaum als relevant bezeichnet werden. Es gibt Profile im Universum des Grids, denen so viele Menschen folgen, wie manche Länder Einwohner haben. *Schluck*

Und weil jegliches Gefühl für diese Zahlen längst von den Kategorien „1k“, „10k“, 100k“ und „1m“ abgelöst wurde, sind 700 Follower plötzlich wirklich wenig. Vielleicht nicht zu wenig für den täglichen Gebrauch, um Freunden Urlaubsfotos zu zeigen, aber auf jeden Fall zu wenig, um medial irgendetwas erreichen zu können. Und damit meine ich nicht nur Influencer werden. Wobei wir schon beim nächsten Problem wären.

Instagram ist obligatorisch.

Für alle die, wie ich, das Wort obligatorisch oftmals falsch verwenden: Obligatorisch bedeutet es gibt keine Wahl. Es ist Pflicht. In unserer heutigen Realität ist die Blase der Selbstdarstellung Pflicht. Nich wenn man Lehrer oder Anwalt werden will, aber schon wenn man „Irgendwas mit Medien“ machen möchte. Achja und wenn man ein Restaurant eröffnet, ein Start up gründet, sich in irgendeiner Form selbstständig machen will oder einfach generell irgendwas verkaufen möchte, dann kann Instagram auch nicht schaden. Wahrscheinlich kann man sogar als Anwalt mit Instagram mehr Erfolg haben als ohne. Eigentlich bin ich mir da sogar sicher.

Und die Moral von der Geschicht‘: Wer sich mit Instagram nicht anfreunden kann, hat Pech gehabt. Follower und Likes sind in den letzten Jahren zu einer Währung, einem Status, einem Aushängeschild herangewachsen, an dem niemand, der Reichweite braucht, vorbeikommt.

Flacher Content, so weit das Auge reicht

Es ist nicht optimal, aber okay, das einem erst mindestens eine Kleinstadt folgen muss, um gesehen zu werden. Und es ist zwar blöd, aber auch annehmbar, dass das Grid zu einer Sache geworden ist, die sich aus keinem Business mehr wegdenken lässt. Aber es gibt da etwas, was mich wirklich wurmt. Sehr wurmt. Nämlich die Art von Inhalten, die konsumiert werden wollen.

Denn sind wir mal ehrlich: Sind wir den Urlaubsfotos unter Palmen, dem Posieren mit Sixpack und dem perfekten Pärchen-Schnappschuss nicht längst überdrüssig geworden? Wir werden täglich mit einer solchen Flut an Bildern überschwemmt, die alle das gleiche zeigen: Ich, ich und nochmal ich. Das Selbst will inszeniert werden. Und zwar in einer ungesunden Art und Weise weit weg von grauen Regentagen, Bad Hair Days, schlechter Laune und Unsicherheiten.

Und bei all den ach so perfekten Lebenswelten bleibt da wenig Platz zum Nachdenken, wenig Platz für echte Kunst, für bewegende Fotos und Inspiration. Das Einzige, was da bleibt ist Druck. „Warum ist mein Leben nicht so perfekt, wie das aller anderen?“ Das ist flach. Das ist lahm. Bin ich die einzige, der das auffällt?

Natürlich gibt es Profile, die es besser machen. Die Instagram als Ort des Austauschs nutzen. Die etwas verändern wollen, gute Ideen in die Welt tragen und eine schöne Atmosphäre einfangen. Ich habe mir ein Feed aus eben solchen Profilen zusammengestellt. Aber um auf dem Boden der Realität zu bleiben, folge ich ein paar „normalen“ Influencern. Und bin jedes Mal sauer, wenn mich mal wieder ein kleines Quadrat Selbstinszinierung erreicht. Ich kann das einfach nicht mehr sehen.

Augen zu und durch

Nach diesen Worten denkst du dir wahrscheinlich auch nur noch: „Dann lösch die blöde App eben, zwingt dich doch keiner!“ Aber wie gesagt, Instagram ist obligatorisch. Und wenn ich davon träume etwas eigenes aufzubauen, Menschen zu inspirieren und zu Schreiben, dann brauche ich das Grid. Was nützt eine schöne Website, wenn keiner von ihr weiß?

Es ist einfach frustrierend. Alles daran. Dass man immer weniger Follower hat, als man gern hätte, dass man nicht mehr ohne diese online Welt auskommt und dass Content flach und im besten Fall auch noch fake sein muss, um Erfolg zu haben.

Genug gejammert, Rant Ende. Es gibt zu diesem Problemchen keine echte Lösung. Außer weiter machen, Content hochladen, den man selbst gerne sehen würde, Profilen folgen, die wirklich inspirieren, die echte Geschichten erzählen und einen Schritt in die richtige Richtung gehen. Na dann, wir sehen uns auf Instagram! Dort, wo ich gleich diesen Blogbeitrag vorstellen werde…

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