Was Minimalismus für mich bedeutet (+Minimalismus Challenge)

Lifestyle, Minimalismus

Was ist Minimalismus eigentlich und wer ist Minimalist*in? (mit gratis printable 14 Tage Minimalismus Challenge am Ende des Beitrags)

Du, Minimalistin?!

Neulich wurde ich über drei Ecken für eine TV Show als Veganerin angefragt. Eine junge Frau aus dem Fernseh-Team rief mich zwei Tage vorher an und wollte mit mir einige Eckdaten dafür abklären. Im Telefonat sprach sie davon, wie schwierig es gewesen war eine Veganerin zu finden und das es wohl aber noch schwieriger war, einen Minimalisten für die Fernseh-Show aufzutreiben. Da sagte ich ihr, ich bin eigentlich auch Minimalistin. Was ich denn so minimalistisches machen würde fragte sie und ich erzählte ihr, ich habe nur eine Kleiderstange mit 50 Teilen, kaufe nur Second Hand, fliege kaum noch, wohne in einem 10 qm WG-Zimmer und so weiter. Sie war total aus dem Häuschen, fragte mich wie man denn so leben könnte und wie großartig das alles doch wäre.

Später erzählte ich meinen Mitbewohnern davon. Veganerin das war einleuchtend, denn obwohl ich manchmal Ausnahmen mache, vertrete ich da einen klaren Standpunkt. Aber Minimalistin ließ die beiden stutzen. Wieso das denn? Bist du nicht die mit den drei Apple Produkten, den Marken-Schuhen und dem extra Regal, das vor deinem Zimmer steht?

Die zwei Seiten

Das alles ließ mich grübelnd zurück. Ich identifiziere mich seit etwa 3 Jahren stark mit dem Minimalismus und würde mich jederzeit eine Minimalistin nennen, doch wenn ich mir die Zimmer meiner Mitbewohner ansehe, dann komme ich mir vor wie der größte Messi. Es gibt viele Menschen, die wesentlich weniger besitzen als ich, noch weniger wert auf Marken und neue Dinge legen und sich mit einer solch schlichten Einfachheit zufriedengeben, wie ich sie nicht mal in meinen entferntesten Träumen genießen könnte. Und es gibt auch Menschen, die sich den gewissen Lifestyle, den ich lebe, schlicht und ergreifend nicht leisten können. Für diese Menschen bin ich wohl alles andere als minimalistisch.

Aber dann gibt es auch die andere Seite. Meine Mutter, die wegen mir nicht mehr annähernd so viel shoppen geht wie früher, erstaunte Blicke, wenn ich erzähle, dass ich nur noch Second Hand Kleidung kaufe und meine Unterwäsche selbst nähe und Verwunderung, wenn ich sage, ich möchte eigentlich nicht mehr fliegen. Wie auch die Frau am Telefon kommen sie alle aus einer ganz anderen Realität, aus einem Leben, in dem Konsum eine große Rolle spielt, in dem Geld eine große Rolle spielt, in dem Kleiderschränke nicht voller und Wohnungen nicht größer sein könnten.

Das sind Extreme. Und ich bin irgendwo dazwischen.

Minimalismus ist ein Privileg

An der Stelle muss ich wohl eins klarstellen. Ich bin mir bewusst, dass Minimalismus ein Privileg ist. Bevor ich Minimalistin wurde, war ich ein Konsumopfer, hab nur Markensachen getragen und mir ständig neue Dinge gekauft. Jemand, der weniger privilegiert aufwächst, wird sich eher weniger Gedanken darüber machen, ob es wohl mal Zeit wäre, den Kleiderschrank auszusortieren.

Generell ist aber jede Art, sich mit dem eigenen Leben auseinandersetzen zu können, ein Privileg, das man auf keinen Fall als selbstverständlich nehmen darf. In vielen Familien gibt es ganz andere Sorgen, als den Stress zwischen Bioladen-Einkauf und Yoga-Stunde. Aber ist es deswegen verwerflich sich in seiner eigenen Realität mit Dingen wie dem Minimalismus zu beschäftigen? Ich denke nicht.

Minimalismus ist mehr als „Weniger Besitzen“

Oft fühle ich mich, als müsste ich den Minimalismus ein bisschen verteidigen. Denn Minimalismus ist mehr als nur ein Trendwort für alle, die ihren Konsum schönreden wollen. Minimalismus ist eine Art zu leben, ein Leitfaden, den man individuell anpassen kann. Und gerade deswegen ist es so schwierig, ihn zu definieren. Klar ist aber, dass nicht nur die Menschen Minimalisten sind, die nur 20 Dinge besitzen, in den Konsumstreik gehen und immer ein und dasselbe Outfit tragen. Es ist ja auch nicht so, dass nur Olympia-Sieger und Profi-Fußballer als „sportlich“ bezeichnet werden, oder? Na also.

Was Minimalismus für mich bedeutet

Kommen wir also zum eigentlichen Thema des Beitrags. Was bedeutet Minimalismus ganz individuell für MICH? Bei mir hat der Minimalismus viele verschiedene Facetten.

Stil und Ordnung

Zum einen gibt es da einen sehr oberflächlichen Minimalismus in meinem Leben. In meinem Zimmer ist alles weiß und clean, ordentlich und aufgeräumt. Ich würde sowohl meinen Einrichtungs- als auch Kleidungsstil als minimalistisch bezeichnen, liebe es Regale zu sortieren und bin sehr penibel, wenn es um herumliegende Dinge in meinen vier Wänden geht. Diese Ordnung und Einfachheit im Minimalismus hilft mir, einen kühlen Kopf zu bewahren. Ganz nach dem Motto „Tidy home, tidy mind“ schaffe ich mit dem Minimalismus Ruhe und Klarheit in meinem Zuhause.

Weniger Besitz

Am Anfang meiner Minimalismus Reise, war auch das klassische „weniger besitzen“ für mich sehr wichtig. Ich hab viel aussortiert und mich von einem großen Dachgeschosszimmer auf 10qm verkleinert. Ich habe einen Capsule Wardrobe erstellt und 3/4 meiner Kosmetik von heute auf morgen Lebewohl gesagt. Weniger Besitzen ist und bleibt eine Komponente des Minimalismus für mich.

Nachhaltigkeit

Hand in Hand mit dem Aussortieren wurde ich bewusste Konsumentin und begann mich für Nachhaltigkeit zu interessieren. Diesen Teil bezeichne ich auch gern mal als grünen Minimalismus. Ein bisschen öko, den Umweltschutz immer im Hinterkopf, so wenig Ressourcen wie möglich zu verbrauchen, auch das ist minimalistisches Handeln. Dieser Teilbereich hat sich bei mir sehr stark ausgeprägt. Alles fing mit Naturkosmetik an, ein Jahr später wurde ich Veganerin, begann meinen monatlichen Plastikmüll zu wiegen und beschloss keine neue Kleidung zu kaufen. Bewusster Konsum, der im Einklang mit der Umwelt stattfindet ist auch „weniger“, ist auch Minimalismus.

Sich Zeit nehmen

Und zuletzt bedeutet Minimalismus für mich auch, mehr Zeit für die Dinge zu haben, die mir wirklich am Herzen liegen. Es bedeutet, das Handy mal wegzulegen, um zu meditieren, sich Zeit zum Lesen zu nehmen, sich von der Flut der Möglichkeiten und Information der modernen Welt abzukapseln und stattdessen in Ruhe einen Kaffee genießen zu können.

Alles in allem würde ich Minimalismus als ein Werkzeug beschreiben, Ballast loszuwerden. Und zwar jegliche Art von Ballast, nicht nur materielle Güter. Auch Ballast in Form von Gedanken, Sorgen, bestimmten Angewohnheiten belastet uns.

Bin ich jetzt also Minimalistin? Ja.

Minimalismus Challenge

Und weil ich in letzter Zeit Spaß an Challenges gefunden habe, gibt es jetzt noch eine 14 Tage Minimalismus-Challenge von mir, die meinem Blick auf den Minimalismus entspricht. Vielleicht inspiriert dich die Challenge ja dazu, dich selbst ein wenig mehr mit deinem eigenen Minimalismus zu beschäftigen. Klicke einfach auf das Bild und drucke dir die Checkliste aus, schon kannst du loslegen. Wenn du mitmachst, würde ich mich sehr freuen, das auf Instagram zu sehen!

4 Gedanken zu “Was Minimalismus für mich bedeutet (+Minimalismus Challenge)

  1. Ich finde es nicht verwerflich sich in seiner eigenen Realität mit Themen wie Minimalismus oder Nachhaltigkeit zu beschäftigen. Im Gegenteil sogar. Solange man sich dabei erfüllt und gut fühlt und auch einen einen positiven Beitrag zur Umwelt leistet, ist dem nichts auszusetzen. Was ich aber als WoC, bei vielen Bloggern und grünen Influencern vermisse ist, dass nur sehr wenige aus ihrer eigenen Bubble treten, sich mit ihren eigenen Privilegien beschäftigen und auch darauf aufmerksam machen. Deswegen finde ich es gut, dass du diesen wichtigen Punkt in deinem Beitrag erwähnt hast.

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  2. Passt zwar nicht zum Thema, aber können wir bitte über dieses wahnsinnig tolle neue Layout reden? Du hast dich wieder einmal selber übertroffen, liebe Celine 🙂 Und auch die Gestaltung deiner Challenge ist einfach sooo schön. Riesiges Lob und danke für deine Mühe!

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    1. Meine Liebe, es freut mich so das zu hören! Ich brauchte einfach mal wieder einen Tapetenwechsel auf meinem Blog. Danke danke danke! Kommentare wie deiner motivieren mich jedes mal! 🙂

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