Eine Morgenroutine für Morgenmuffel

Mind / Thoughts

Weil eine Morgenroutine zu haben nicht bedeutet, dass man um 5 Uhr aufstehen muss, um vor der Arbeit ins Fitness zu gehen, einen Podcast über Politik zu hören und einen Green Smoothie zu trinken.

Ich bin kein Morgenmensch

Ich bin kein Morgenmensch. Wie ein Mantra hab ich diesen Satz immer wieder gesagt, wenn Leute mich auch nur im entferntesten auf meine morgendlichen Gewohnheiten ansprachen. Und das hab ich mir auch sehr lange geglaubt. Ich bin nämlich die Sorte Mensch, die ihren Wecker circa fünf mal auf Snooze drückt. Mein Unterbewusstsein hat das mit dem Wecker sogar schon so weit perfektioniert, dass ich es an manchen Tagen schaffe, den komplett Wecker auszuschalten, ohne es überhaupt zu merken.

Also bin ich fast jeden Morgen erst etwa zehn Minuten vor dem geplanten Verlassen des Hauses aufgestanden. Von einer gemütlichen Morgenroutine keine Spur. Schnell schnell schnell lautete die Deviese.

Wie tickt meine innere Uhr?

Anfang dieses Jahres merkte ich dann, da muss jetzt was passieren. Jeden Tag gehetzt das Haus verlassen nervt. Aber um 5 Uhr aufstehen und mir dann Zeit nehmen kann ich auch nicht. Da drängte sich mir eine wichtige Frage auf: Warum denn überhaupt so früh? Ich bin Studentin, habe einen Job mit Gleitzeit und arbeite freiberuflich. Niemand zwingt mich so früh aufzustehen. Diese Erkenntnis war ein großer Schritt. Denn meine Morgenroutine sollte genau dann starten, wenn mein Morgen startet. Und nicht der der Fitness Influencerin.

An der Stelle muss ich natürlich sagen, dass ich da auch einfach sehr flexibel bin. Mir ist klar, dass jemand mit Schichtarbeit nicht einfach entscheiden kann ab jetzt eine Stunde später zur Arbeit zu gehen.

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(Photo by Frederick Tubiermont on Unsplash)

Meine Morgenroutine

Also kommen wir nun zu meiner Morgenroutine. Was mach ich denn und wann und wie? Für meine Morgenroutine plane ich mir immer etwa eine halbe Stunde ein. Und jetzt gehen wir das mal Schritt für Schritt durch.

1 Den Wecker viel zu früh stellen und ein paar mal snoozen.

Ganz ehrlich: Morgenroutine hin oder her, ich schaffs immer noch nicht annähernd beim ersten Klingeln aufzustehen. Ich brauch einfach eine halbe Stunde aggressives auf meinem Smartphone herumtippen, bis ich bereit bin meine Augen zu öffnen. Mein erster Wecker klingelt meistens zwischen 7 und 7:30.

2 Zur Getränkerückgabe gehen

Ich weiß nicht, ob ich einfach die kleinste Blase der Welt habe, aber bei den vielen Morgenroutinen, die ich mir durchgelesen hab, muss nie jemand auf die Toilette. Ziemlich unrealistisch finde ich. Klar, ist nicht ganz so achtsam, harmonisch und wundervoll, wenn man erstmal zur Pipibox stolpert, aber bringt ja auch nichts verkrampft im Bett zu sitzen…

3 Lesen

Nachdem ich mich in den letzten Monaten zu einer echten Leseratte entpuppt habe, beginne ich auch meinen Tag am liebsten mit ein paar schönen Worten. Oft lese ich die Flow, mein Lieblingsmagazin. Da ist immer alles ganz rosa rot drin, also genau das richtige für einen positiven Start in den Tag.

Beim Lesen werde ich langsam wach, ich sitze im Bettchen, irgendwie noch kuschlig aber irgendwie auch schon da. Ich liebs! Manchmal lese ich 20 Minuten, manchmal nur 5.

4 Dehnen, Strecken, Dankbar sein

Man könnte diesen Schritt vielleicht auch Meditation nennen, aber ich finde das klingt in meinem Fall etwas hochtrabend. Ich setze mich einfach im Bett in einen Schneidersitz, strecke mich nach oben, dehne mich zur Seite, dehne meinen Nacken und bewege meine Arme, um ein bisschen aktiv zu werden. Dann lege ich mich nochmal nach vorn ab, über meine Beine. Am Ende schließe ich die Augen und nehme die Hände vor mein Herz, bedanke mich für den neuen Tag, dafür, dass ich gesund bin und für noch etwas, was mir spontan einfällt.

5 Flow Kalender

Danach sehe ich mir den neuen Tag in meinem Flow Kalender an. Das sind lauter kleine Kärtchen, auf denen Sprüche, Empfehlungen und allerlei Inspirationen stehen. Wie eine Art Adventskalender, nur eben das ganze Jahr.

6 Das Bett machen

Am Ende meiner Morgenroutine mache ich mein Bett. Allerdings passiert das meistens nicht direkt nach dem anderen Kram, sondern eher dann, wenn ich nach Fertigmachen, Anziehen und Essen einpacken noch ein paar Minuten Zeit habe. Ich finde es fühlt sich großartig an, zu wissen man kommt später in ein ordentliches Zuhause zurück.

Und das wars eigentlich schon.

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(Photo by Sylvie Tittel on Unsplash)

Zwei Tipps für deine eigene Morgenroutine

Nachdem ich jetzt also quasi Morgenroutinen-Expertin bin, möchte ich dir noch zwei Tipps mitgeben, wie du am besten zu deiner eigenen Morgenroutine findest.

1 Lass dir Zeit

Sich Zeit lassen hat oberste Priorität. Und zwar nicht nur bei der Morgenroutine an sich, sondern auch beim Erstellen und Einüben. Sei nicht zu streng mit dir! Ich habe lang gebraucht, meine Morgenroutine wirklich regelmäßig durchzuziehen und an manchen Tagen lasse ich sie auch einfach ausfallen. Eine Veränderung der eigenen Gewohnheiten dauert.

2 Keep it simple

Wenn du dir eine Morgenroutine erstellst, dann überleg dir, was du gerne machen würdest, bevor dein Tag beginnt. Aber: Nimm dir nicht zu viel vor. Denn die eigene Morgenroutine nicht zu schaffen ist irgendwie noch deprimierender als gar keine zu haben. Ich habe zum Beispiel am Anfang nur gelesen. Das Strecken und Dehnen ist erst später dazugekommen. Erstmal einfach anfangen.

Magic Morning

Und jetzt noch zum Warum. Warum ich das alles mache, angefangen habe eine Morgenroutine zu erstellen. Es ist, wie alle im Club der Morgenmenschen sagen: Ein schöner Start in den Tag.

Ich fühl mich gemütlich, stehe langsam auf, gönn mir Zeit mit mir selbst. Wenn ich aus dem Haus gehe bin ich ausgeglichen und froh, schon etwas für mich getan zu haben.

Und wenn mir heute jemand von seiner morgendlichen Jogging-Runde erzählt rufe ich nicht mehr panisch: „Ich bin einfach kein Morgenmensch“, sondern lächle nur.

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