Roadtrippin´

Diesen Sommer war es ja endlich soweit: Meine Freundin und ich haben einen richtig echten Roadtrip gemacht. Mit einer wunderschönen Route, einem gemütlichen kleinen Campervan, Kochen auf dem Gasherd, schlafen unter Sternenhimmel und allem was sonst noch dazugehört. In einem anderen Beitrag habe ich schon über das Lebensgefühl unserer Reise geschrieben, heute soll es um die Fakten gehen. (Ob ich mit diesem Beitrag wohl im November ein bisschen spät dran bin?)

Einen Roadtrip planen

Ganz ehrlich, viel kann ich zu diesem Absatz nicht schreiben. Denn das Gute ist ja: bei einem Roadtrip muss man fast gar nichts planen. Wir haben am vorletzten Tag vor der Abfahrt den ersten Ort ausgemacht. Außerdem hatten wir ein paar andere Stationen herausgeschrieben und Annika hat ihr Handy mit google Maps offline Karten vollgepackt. Und mehr braucht es da auch wirklich nicht. Wir kamen super zurecht, einfach spontan zu entscheiden, wann wir wie lange, wo bleiben. Letztendlich haben wir ohne viel Hetzen in zwei Wochen 9 Stopps geschafft (davon 2 recht kurze) und waren in der Schweiz, in Frankreich, in Italien und auf dem Rückweg nochmal in der Schweiz.

Das Auto

Wir hatten Glück und konnten uns den Sprinter von Annikas Dad leihen. Ein kleiner Caddy. In stolzer Eigeninitiative haben wir da eine einfache Holzkonstruktion eingebaut. Unsere Anforderungen waren recht simpel: Ein Bett, in dem man aufrecht sitzen kann (im Nachhinein wirklich sehr empfehlenswert für Regentage!) und unten drunter viel Stauraum für Kisten mit Kleidung, Essen und co. Viel mehr Platz war eh nicht, das Bett hat den ganzen Raum hinter den Fahrersitzen eingenommen, aber: das war auch genug!

Das Holz für die Konstruktion haben wir im Baumarkt besorgt und uns dort auch direkt zusägen lassen. Daheim haben wir alles selbst zusammengeschraubt. Nach dem Urlaub haben wir die Konstruktion wieder auseinandergenommen und seitdem wartet in der Garage auf ihren nächsten Einsatz.

Die Ausrüstung

Ein paar Worte zur Ausrüstung, denn da haben wir ja nach zwei Wochen einige Erfahrungen machen können. Gold wert war zum Beispiel unser Gasherd. Den haben wir gebraucht für nur 25€ erstanden. Er kam in einem kleinen Köfferchen inclusive mehreren Gasflaschen zum Nachfüllen und war wirklich großartig! Wir haben fast jeden  Tag morgens und abends warm gekocht und oft Tee getrunken.

Außerdem wichtig sind auf jeden Fall Campingstühle und ein Campingtisch. Denn das Sitzen im gemütlichen Bett hat man schneller satt als man denkt.

Desinfektionsmittel darf auch nicht fehlen, zum Hände waschen gibt es eher wenig Möglichkeiten…

Wasser hatten wir in zwei Kanistern und einer Campingdusche dabei. (Kanister kann man zum Beispiel von destilliertem Wasser benutzen, das sind 5 Liter, gibts im Drogeriemarkt) Insgesamt waren das etwa 30 Liter und damit sind wir dann etwa drei Tage und zwei Nächte ausgekommen. Allerdings ist das Wasser nur zum Kochen, Abspülen, Trinken und Gesicht waschen. Mehr eher nicht.

An Podcasts und Musik für die Fahrt, Büchern und Notizheften hat es uns auch nicht gefehlt. Fürs Handy hatten wir eine Powerbank dabei, damit wir es einige Zeit ohne Steckdose schafften, allerdings haben wir auch oft während der Fahrt im Auto geladen.

Zu Essen hatten wir übrigens auch viel dabei. Alle trockenen, haltbaren Lebensmittel haben wir schon zuhause gekauft und in Boxen untergebracht. So mussten wir unterwegs nur noch Gemüse, Obst und Snacks kaufen. Die Gerichte, die wir kochen wollten, hab ich mir schon vor dem Urlaub überlegt. Einen Kühlbox oder ähnliches haben wir nicht gebraucht, allerdings waren wir auch in eher kälteren Regionen unterwegs, haben kaum tierische Produkte gegessen und unter unserer Holzkonstruktion blieb es auch an warmen Tagen kühl.

Zwei kleine Fails gab es leider auch: Zum einen hatten wir uns mit dem Wetter verschätzt und zu wenig warme Sachen dabei. Zum anderen hatten wir keine Regenplane, die wir vor das Auto spannen konnten… (Bzw. wir hatten eine, aber die war klein und löchrig…) Das war echt nervig. Der Regenschirm hat uns an verregneten Tagen gerettet!

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Camping

Ein bisschen weniger als die Hälfte der Zeit waren wir auf Campingplätzen. Die findet man leicht über google maps. Dort haben wir geduscht, unsere Wasservorräte aufgefüllt und unser Geschirr mal wieder ordentlich gespült. Eigentlich hatten wir immer nur vor eine Nacht zu bleiben, doch daraus wurden auch mal zwei, weil es schon auch irgendwie entspannt ist und Campingplätze ihren ganz eigenen Charme haben. Einfach mal drauf einlassen.

Wildcampen

Oft standen wir auch einfach frei. In der Schweiz wurden wir direkt am ersten Tag aufgeklärt, dass es sogar offiziell erlaubt ist an öffentlichen Parkplätzen stehen zu bleiben. Aber auch in den Bergen an einer Passstraße hat es niemanden interessiert, dass wir da übernachtet haben. In Frankreich standen wir ebenfalls auf einem Parkplatz in einem leergefegten Skigebiet. Alles kein Stress. Und falls jemand fragen sollte, kann man ja immer noch behaupten, man wollte doch gerade wieder losfahren… Oder nicht?

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Und wie nachhaltig ist so ein Roadtrip?

Für uns war es wichtig dieses Jahr nicht noch irgendwo hinzufliegen oder ewig weite Strecken zurückzulegen. Klar, auch der Roadtrip hatte auch eine Strecke von etwa 2000 Kilometern, aber alles in allem ist so ein Urlaub doch ziemlich nachhaltig. Denn das Gute ist: man braucht kein extra Hotelzimmer oder Air BnB, welches ja auch wieder nur mehr Ressourcen verschwenden würde. Mit Strom und Wasser waren wir extrem sparsam und wir haben auch keine fancy, umweltschädlichen Freizeitaktivitäten unternommen wie zum Beispiel Skifahren. (Schlechtes Beispiel im Sommer I know…)

Roadtrip Vibes

Am Ende dieses Beitrags kann ich nur sagen: Dieser Roadtrip war einfach von vorn bis hinten wunderbar. Die Langsamkeit, das Gefühl von Freiheit, ganz viel Natur, ganz viel Einfachheit und ganz viel Coziness. Alles, was man sich vorstellt, wenn man das perfekte Pinterest Bild eines umgebauten Vans sieht, passiert auch irgendwie in Echt. Und noch viel mehr. Jederzeit wieder!

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DSC_8500(Hier gehts zum anderen Roadtrip Beitrag)

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