Für mehr Langsamkeit im Alltag

Nachdem ich im letzten Beitrag über die Langsamkeit geschrieben habe, die mir mein 12 Tage Vanlife Trip geschenkt hat, will ich hier über meine besten Tipps für mehr Langsamkeit im Alltag sprechen. (Titelbild von Eduard Militaru via Unsplash)

Langsam durch den Alltag

Nicht jeder hat den nächsten Urlaub vor der Tür stehen und auch ich wollte für mich einige Schlüsse aus meiner Vanlife Zeit ziehen, deshalb geht es heute um praktische Tipps, die du jederzeit anwenden kannst. Ich will auch gar nicht um den Brei herum reden, also los. Probier doch einfach mal aus, ob dir manche dieser Tipps helfen können, ein bisschen zu endschleunigen.

1 Barfuß laufen

Ich liebe liebe liebe barfuß laufen und das hab ich im Urlaub wieder richtig stark gemerkt. Barfuß läuft man irgendwie bewusster und achtsamer. Es regt die Durchblutung an und fördert eine gute Haltung. Zuhause bin ich immer barfuß, aber ich hab mir fest vorgenommen, auch mal hin und wieder über eine Wiese zu laufen. Für mich ist das der Inbegriff von „sich erden“ und das fühlt sich einfach toll an!

2 Lesen

Lange Zeit dachte ich, dass ich einfach kein großer Fan vom Lesen bin… Wie hab ich mich getäuscht! Kaum hatte ich im Urlaub dieses Frühjahr mal ein bisschen Zeit, hab ich mich neu in das Lesen verliebt. Und auch diesen Urlaub ist es auf keinen Fall zu kurz gekommen! Während dem Lesen, kann man fast nichts anderes machen (Ich kann dabei nicht mal Musik hören.) und das ist gerade das Wunderbare daran. Man muss sich aktiv Zeit nehmen, sich auf das Buch konzentrieren und die Gedanken ausschalten… Wer so wie ich ein ungeduldiger, aktiver Mensch ist und nicht jeden Nachmittag eine Stunde zum Lesen hat, dem empfehle ich das Lesen auf dem Weg. In der Ubahn zum Beispiel lässt es sich ganz wunderbar lesen. Man hat ja sowieso nichts anderes zu tun. Und die Alternative ist meistens sinnlos am Handy herumzudaddeln… Ran an die Bücher!

3 Raus in die Natur

Wahrscheinlich DER Tipp zur Endschleunigung und wahrscheinlich auch nicht wirklich was Neues für dich. Die Natur ist wohl der Beste Ort, um mal wieder Kraft zu Tanken und zur Ruhe zu finden. Denn – Vorsicht Überraschung – sie ist unser Ursprung. Wir sind auch nur Säugetiere. Ich habe das Gefühl, das vergessen wir oft mal.

4 Yoga

Brauch ich wahrscheinlich nicht lange erklären oder?

5 Meditation

Was für die meisten Menschen mit dem Yoga Hand in Hand geht, konnte ich lange Zeit überhaupt gar nicht. Ich hab immer gedacht: Nein, Meditation, das ist eben einfach nichts  für mich. In Wahrheit wollte ich mich nur selbst schützen. Vor der quälenden Angst mit geschlossenen Augen alleine mit meinen Gedanken da zu sitzen. Denn das ist Meditation im Grunde genommen. An nichts denken ist super schwierig, also wirst du am Anfang erstmal an alles mögliche denken. Auch an unangenehme Dinge. Die, die wir alle während unserem hektischen Alltag gern mal verdrängen. Mir haben Gedankenbilder sehr geholfen. Also sich ganz bewusst bestimmte Situationen vorzustellen. Den gemütlichsten Ort, den man sich ausmalen kann zum Beispiel. Bei mir ist das ein breiter Fenstersims, von dem aus ich den wolkenverhangenen Himmel, einen Nadelwald und Berge sehen kann. Dort sitze ich, lausche dem Regen, halte eine Tasse wärmenden Dirty Chai in den Händen und bin in eine Wolldecke eingekuschelt.

6 Von der Seele schreiben

Schreiben hat mir schon immer geholfen. Auf dem Papier ist aus dem Kopf wie man so schön sagt. Nur, dass dieser Spruch nicht nur für den nächsten Supermarkteinkauf gilt, bei dem man auf keinen Fall die Biomüll-Tüten vergessen will. Den Spruch kann man auch prima auf das eigene Gedankenchaos anwenden. Langsamkeit hat für mich nämlich ganz viel mit Ruhe im Kopf zu tun. Genau wie beim Meditieren, versuche ich beim Schreiben den Kopf leer zu kriegen. Leg dir also einfach mal ein Notizheft ohne Regeln zu. Eines, in das du dir alles von der Seele schreiben kannst, was dich beschäftigt. In meinem kleinen Selbstreflektionsheft hab ich im Urlaub über Gespräche mit meiner Freundin geschrieben, Bücher zusammengefasst, mir Fragen gestellt und über große Themen Poetry Slams geschrieben.

7 Offline Zeit

Ach ja, das leidige Thema der Sucht nach dem Internet. Erst gestern hatten wir mal wieder kein Wlan in der WG und statt mich einfach damit abzufinden und etwas analoges zu tun (Lesen zum Beispiel) hab ich eine geschlagene Stunde lang Geräte ein- und ausgeschalten, den Router ein- und ausgesteckt und versucht mich in fremde Wlans einzuloggen (natürlich ohne Erfolg). Meine Güte, was hat es mich genervt, weder einen Podcast hören zu können, noch Netflix oder wenigstens meine Mails… Dann habe ich es akzeptiert, eine ganze Stunde Yoga gemacht und siehe da: Ruhe und Frieden in mir drin. Ein schönes Gefühl. Im Urlaub hatten wir auch eher selten mal Internet (in der Schweiz gibt es kein EU Roaming) und das tat sooo gut. Nach dem Urlaub, der jetzt noch kommt, versuche ich mal einen Internet freien Sonntag einzuführen. Mal sehen wie das klappt.

Und jetzt: Geduld

Eine Sache, die ich im letzten halben Jahr auch dringend lernen musste: Hab Geduld mit dir selbst. Niemand ist von heute auf morgen ausgeglichen, einen Tag offline beschert einem kein neues Leben und jede*r der/die behauptet, dieses eine Buch hätte von jetzt auf gleich das Leben verändert, lügt. Ruhe und Langsamkeit braucht Zeit. Auch ich dachte, ich bin nach dem Vanlife Urlaub völlig losgelöst von all meinen Stress Faktoren, suchte aber trotzdem schon wieder jeden Tag Netflix und überschreite mein gesetztes Tageslimit auf Instagram. Geduld, Geduld… Wenn das alles mit der Langsamkeit nicht sofort klappt, dann nicht davon einschüchtern lassen.

Denn, eigentlich liegt es auf der Hand: Langsamkeit braucht vor allem eins: Zeit.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s