Plastik – Das muss jeder wissen.

In diesem Beitrag soll es um Plastik gehen. Oder besser: um Plastikmüll. Hauptsächlich also um Einwegplastik. Warum ist es eigentlich so schlecht? Wo landet es, wenn wir es wegwerfen? Was kann ich denn überhaupt dagegen tun?

Seit zwei Jahren beschäftige ich mich nun schon intensiv mit Nachhaltigkeit und damit auch mit meinem Plastikverbrauch. Auch ich lebe noch nicht annähernd zero waste, aber ich bemühe mich sehr und verbrauche viel, viel weniger Plastik als früher. Und meistens denke ich, dass eh alle Bescheid wissen, aber manchmal schaue ich mich dann um und realisiere: Celine, du bewegst dich in einer kleinen Öko-Blase. Deswegen geh ich heute nochmal zurück zum Anfang und liste dir die wichtigsten 5 Fakten über Plastik auf. Auch ich war mir über das alles vor zwei Jahren noch nicht im Klaren… Los gehts.

1 Was ist Plastik eigentlich?

Plastik ist ein umgangssprachlicher Begriff, den wir immer dann in den Mund nehmen, wenn es um Kunststoff geht. Kunststoff ist ganz generell erstmal nicht nur schlecht. Er hat diverse praktische Eigenschaften, kann vielseitig eingesetzt werden und braucht vergleichsweise wenig Energie und Ressourcen bei der Herstellung. Grundsätzlich hat Plastik also auf jeden Fall seine Daseinsberechtigung. Also, wo ist das Problem?

2 Plastik ist quasi nicht biologisch abbaubar

Damit es hier keine Missverständnisse gibt: Plastik ist nicht nicht biologisch abbaubar. Es dauert nur eine kleine Ewigkeit. Eine Plastikflasche braucht zum Beispiel ganze 450 Jahre. Im Umkehrschluss bedeutet das übrigens, dass ALLES Plastik, das jemals produziert wurde, heute noch in irgendeiner Form von Plastik auf diesem Planeten ist. Ein bisschen gruselig finde ich. So kann logischerweise auch kein Kreislauf entstehen. Ein Blatt einer Zeitung zum Beispiel zersetzt sich ziemlich schnell. In nur sechs Wochen wird es wieder zu einem Teil der Erde, wenn man es auf den Waldboden legen würde. Darauf kann wieder ein neuer Baum wachsen, woraus wiederum eine neue Zeitung hergestellt werden kann und so weiter. Klar, das geht auch nicht von heute auf morgen, aber du weißt, was ich meine. Eine Plastikflasche dagegen sollte man besser gar nicht erst auf den Waldboden legen…

3 Plastik wird kaum recycelt

Gut, dass der Mensch ein unglaublich kluges Säugetier ist und sich etwas Tolles überlegt hat, um aus dem Plastikmüll dann doch noch etwas Sinnvolles zu machen: Recycling. Und da sind wir Deutschen ja auch ganz vorne mit dabei, oder? Naja, schön wäre es. Tatsächlich sind wir zwar gut im Sammeln des Plastikmülls, aber sehr, sehr schlecht im recyceln. Nur etwa 16% des Plastikmülls wird am Ende weiterverwertet. Und selbst wenn es 20% wären, das ist einfach eine echt bescheidene Quote. Damit braucht sich keiner zu rühmen.

4 Plastik Exporte

Plastik ist also weder wirklich biologisch abbaubar noch wird er recycelt. Aber wo ist denn dann der ganze Müll, den wir in Deutschland produzieren? Richtig geraten, den exportieren wir ins Ausland. Nach Malaysia zum Beispiel. Die Strände in Entwicklungsländern wie Malaysia sind nämlich nicht deshalb mit Plastik bedeckt, weil die Einheimischen dort so viel Müll produzieren, sondern wegen UNS. Ja, an der Stelle muss der ein oder andere vielleicht schwer schlucken, aber das ist die bittere Wahrheit. Vieles was exportiert wird, wird dann übrigens trotzdem als „recycelt“ abgestempelt, obwohl das quasi nie der Fall ist.

5 Was passiert mit den Plastikbergen?

Die endlosen Mengen an Plastik – es sind bis 2017 etwa 8,3 Milliarden Tonnen gewesen –  ziehen natürlich nicht spurlos an Mensch und Natur vorbei. Menschen in Entwicklungsländern wie Malaysia – wo viele reiche Industrienationen ihren Müll abladen seit China nicht mehr im Spiel ist – wissen sich nicht aus der prikären Lage zu helfen und müssen entweder mit den wachsenden, stinkenden Bergen leben, oder fangen an das Plastik zu verbrennen. Dabei werden Schadstoffe freigesetzt, die Kopfweh, Übelkeit und Schlaflosigkeit zur Folge haben. Außerdem, wir alle kennen diese Bilder, haben wir auch im Meer ein großes Plastikproblem. Viele Tiere verheddern sich in unserem Müll, halten das Plastik für Essen oder verletzen sich durch scharfkantig abgeschliffene Teile. Einfach mal Bilder zu „Robbe Plastik“ oder „Vogel Plastik“ googeln…

Und jetzt?

So, das war jetzt erstmal viel Input. Und vielleicht auch nichts Neues. Das Problem an dieser ganzen Nachhaltigkeit-Geschichte ist nämlich, dass wir vieles schon längst wissen, aber trotzdem zu bequem sind uns zu ändern. Dazu kann ich nur eins sagen: Wir MÜSSEN. Zumindest, wenn wir vor haben diesen Planeten auch für zukünftige Generationen als lebenswerten Ort zu hinterlassen.

Niemand kann von jetzt auf gleich zero waste leben und komplett auf Plastik verzichten. Aber allein die Tatsache, dass du diesen Artikel bis hier hin gelesen hast, ist ein prima Anfang! Und jetzt könntest du eine kleine Challenge starten: Sammle deinen Plastik Müll doch mal eine oder zwei Wochen lang und schau dir am Ende an, was da so dabei ist und vor allem wie viel… Eine Challenge, die einem wirklich die Augen öffnet!

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Hier kannst du in den Quellen dieses Artikels weiterlesen: Spiegel online Sueddeutsche Zeitung zu Malaysia FAZ

Und hier gehts zu meinen besten Tipps für weniger Müll und zum Strohhalm Paradox.

2 Antworten auf “Plastik – Das muss jeder wissen.”

  1. Ich finds voll gut, dass du über dieses Thema schreibst! Es ist so wichtig, immer wieder über das Thema Müll und Umwelt zu informieren und zu reden, damit ein stärkeres Umweltbewusstsein geschaffen wird! (Auch wenn die meisten das nicht gern hören, weil es heißt, dass man etwas verändern muss und das ist anstrengend) Es ist aber sehr sehr wichtig, dass wir unseren Lebensstil so schnell wie möglich ändern, denn wir haben nur eine sehr wertvolle Erde, die aber durch unser Verhalten immer mehr aus dem Gleichgewicht gerät. Bei mir ist auch so, dass ich das mit dem Plastik weiß und es macht mich wütend, dass alle es so unnötig verwenden und so wenig darauf achten, aber kaufe selbst immer wieder das Gemüse in Plastikverpackung….. Aber die Doppelmoral stört mich echt und mein Ziel ist in diesem Jahr so weit wie möglich auf zero waste umzusteigen. Danke dir aber für den tollen Artikel! Liebe Grüße, Amrei

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    1. Hallo meine Liebe,
      danke für deinen Kommentar. 🙂
      Mir geht es oft ähnlich wie dir. Manchmal kann man wirklich ein bisschen verzweifeln, wenn man im Supermarkt sieht, wie viel Plastik angeboten und letztendlich auch gekauft wird. Deshalb ist mein Ansatz: Es selbst so gut wie möglich machen und darüber reden. So oft es geht. Stress dich nicht mit deinem Weg zum plastikfreien Alltag, das alles ist gar nicht leicht und deine Erkenntnis und dein Wissen sind schon ein sehr wertvoller Schritt! 🙂
      Liebe Grüße,
      Celine

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