Über Leichtigkeit

Ich sitze hier in Höschen und Spaghetti-Top an meinem Schreibtisch. Mein Fenster ist weit geöffnet, es ist noch recht früh. Die kühle, frische Luft strömt herein und so romantisch das auch klingt, leider sind da auch anstrengend laute Baggergeräusche… Das Haus nebenan wird gerade abgerissen. Ich weiß nicht so recht, wie ich diesen Beitrag beginnen soll, irgendwie fällt mir keine tolle Einleitung ein. Aber apropos Bauarbeiten und Haus nebenan, ich hab neulich eine kleine Schaukel in unserem Hinterhof entdeckt. (Das war ja jetzt ne wahnsinns Überleitung… nicht.) Also lasst uns über das Schaukeln sprechen.

Es überkam mich also neulich nachmittag. Ich sah die Schaukel und dachte mir: Eigentlich könnte ich einfach mal wieder schaukeln. Ich war weder betrunken, noch mit einer Gruppe kichernden Mädels oder einem Babysitting Kind unterwegs. Da war nur ich und die Schaukel und ein kleiner Junge mit seinem Rad, der mich recht verwundert ansah.

Schaukeln?

Schaukeln ist ein richtig befreiendes Gefühl. Man ist plötzlich wieder 10, versucht ganz hoch hinaus zu kommen, spürt den Wind in den Haaren und fühlt sich fast ein bisschen, als würde man fliegen.

Schaukeln ist für mich die Verbildlichung von Leichtigkeit.

Ich habe oft das Gefühl, viele von uns haben diese kindliche Leichtigkeit verloren. Wir sind so sehr mit dem anstrengendem Erwachsen-Sein beschäftigt, denken so viel nach, nehmen alles so ernst, dass wir gar nicht auf die Idee kommen, einfach mal zu schaukeln. Es kommt uns absurd vor, da ist kein Platz in unserem Leben fürs Schaukeln. Aber wieso eigentlich? Wann haben wir diese Leichtigkeit abgelegt und wie bekommen wir sie zurück?

Balance

Ich arbeite und studiere, ich hab online Banking und bekomme regelmäßig Post von meiner Versicherung. Die meiste Zeit fühl ich mich recht organisiert und lebe ein halbwegs erwachsenes und ernst zu nehmendes Leben. Und obendrein bin ich eigentlich eine sehr nachdenkliche Person, die viel zu viel grübelt.

Trotzdem hat mir neulich jemand gesagt, wie sehr er meine Leichtigkeit bewundert, mit der ich durchs Leben laufe und bei genauerem Hinsehen stimmt das auch. Ich bin von banalen Dingen absolut begeistert, habe fast immer gute Laune, kann mich über so Vieles freuen. Weil da eine kindliche Leichtigkeit in mir ist, mit der ich die Balance halte.

Das innere Kind

Es tut gut dem inneren Kind Platz zu machen. Einfach mal nicht nachzudenken über all die Problemchen, all den Papierkram und den Stress. Es tut gut einfach mal Leichtigkeit zu spüren. Aus der Perspektive eines Kindes sieht die Welt noch so bunt und simpel aus. „Da ist eine Schaukel – Juhu.“ Und dann rennen Kinder los und schaukeln. Da liegt ein Keks in der Küche? „Ja, ich will den essen!“ Warum sind wir „Erwachsene“ so streng mit uns? Warum können wir das Leben nicht einfach mal ein bisschen leichter nehmen, zur Schaukel rennen, den Keks essen.

Ich glaube es gibt mehrere viele Gründe, warum wir diese Leichtigkeit verlernt haben. Wir haben Angst die Kontrolle zu verlieren, kommen uns lächerlich und unproduktiv vor, denken darüber nach, was andere von uns halten und begreifen die Welt nicht halb so wunderbar, wie als Kind. Albert Einstein hat hierzu mal ein paar wirklich tolle Worte gesagt:

Es gibt zwei Arten, sein Leben zu leben:
entweder so, als wäre nichts ein Wunder,
oder so, als wäre alles ein Wunder.
Ich glaube an Letzteres.

Ich schließe mich Einstein an. Alles ist ein Wunder. Und wenn wir lernen, das Leben als Solches zu begreifen, wenn wir aus der Perspektive eines Kindes auf die Welt schauen, dann ist da Begeisterung, Spontaneität, Freude und vor allem: Leichtigkeit.

Pinakothek -11

Neben Kekse essen und Schaukeln gibt es übrigens auch noch viele andere tolle Sachen, die man tun kann, um ein bisschen Leichtigkeit zu erfahren. Tanzen zu lauter Musik zum Beispiel, Blumen ansehen, barfuß gehen,…

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