Die Sache mit der Zeit.

Heute mal wieder ein paar deep thoughts. Die Sache mit der Zeit.

Ich bin kein besonders geduldiger Mensch. Wenn ich etwas will, dann bitte sofort. Meistens funktioniert das auch ganz gut. Weil ich eine Macherin bin. Ich lege einfach los, bin engagiert und ehrgeizig, erreiche meine (realistisch) gesteckten Ziele eigentlich immer. Aber manche Dinge kann man nicht einfach machen. Manche Dinge müssen passieren, man muss geduldig sein, abwarten, es auf sich zukommen lassen. Und hier kommt mein Scheitern ins Spiel.

Aber fangen wir mal von vorne an. Die Semesterferien sind gerade vorbei und die Uni fängt langsam wieder an, alles kommt irgendwie schleppend ins Rollen. Ich hab mich so sehr nach meinem Alltag gesehnt, aber der ist irgenwie noch nicht wirklich zurück. Es ist eine dieser seltsamen zwischendrin- Zeiten, wie zwischen Weihnachten und Neujahr. Diese Zeiten in denen man einfach in der Luft zu hängen scheint. In denen einem regelrecht langweilig ist, in denen man absolut nichts mit sich anzufangen weiß.

Ich brauche Stress im Leben. Ich mag es, was zu tun zu haben. Weil ich eine Macherin bin. Aber letzte Woche, als eben noch nicht viel zu machen war, da fiel mir auf, wie hilflos ich bin, wenn die Zeit einfach mal still steht. Wenn sie sich lang zieht wie ein Kaugummi. Wenn da kein Urlaub ist, kein Alltag, nichts worum man sich großartig kümmern müsste. Wenn da einfach Zeit ist. Sehr viel Zeit. Da bin ich dann schnell mal überfordert mit mir selbst. Es ist ja nicht so, als ob ich keine Hobbies hätte, als ob es rein gar nichts zu tun gäbe. Aber irgendwie ist da eine Leere, die ich in solchen Momenten absolut nicht zu füllen in der Lage bin.

Und in diesen Zeiten, da schlägt es wieder ein. Wie ein Truck überfährt es mich. Vor allem in diesen Zeiten sehne ich mich nach Nähe. Geistige und Körperliche. In diesen Zeiten sehne ich mich nach langen Gesprächen, nach nackter Haut an meiner, nach Wärme, nach diesem Gefühl, dieser Intimität, die nur eine zweite Person schaffen kann. Eine Person, die ich aktuell einfach nicht habe.

Ja, so ist es. Ich habe ein starkes Bedürfnis nach Nähe und in solchen leeren Zeiten, da fällt mir am allermeisten auf, wie „allein“ ich bin. Es ist nicht so, dass ich unglücklich wäre, es ist nicht so, dass mich das total fertig machen würde. Es ist eher so, dass ich noch ein Stück ungeduldiger werde. Ich will doch diese Nähe ENDLICH finden. Es kommt mir vor, als wäre ich schon mein ganzes Leben lang auf der Suche.

Die Zeit fordert mich heraus. Immer wieder. Und dann beginne ich ganz aktiv zu suchen, weil ich eine Macherin bin. Ich bin so sehr auf der Suche, so verkrampft, dass ich mir eigentlich schon von Anfang an sicher bin, dass ich nichts finden werde. Und trotzdem kann ich mich nicht stoppen. Ich kann nicht entspannen. Denn da ist diese leere Zeit, die mit Nähe gefüllt werden will. Mit langen Gesprächen, nackter Haut, Wärme, Intimität. Ist es Liebe, die ich suche? Ich glaube schon.

Ja, die Sache mit der Zeit.

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PS: Ich weiß, dass ich mich mit all dem sehr angreifbar und verletzlich mache. Aber sind wir nicht alle auf der Suche? Nach etwas, nach jemandem? Warum dann nicht mal darüber sprechen (bzw. schreiben)? Denn, du bist nicht allein.

3 Antworten auf “Die Sache mit der Zeit.”

  1. Hallo liebe Celine,
    Viele lieben Dank für dieses ehrlichen und intimen Post. Er ist unfassbar schön geschrieben, kein Wort zu viel und keines zu wenig. Der Text geht tief.
    Ganz liebe Grüße
    Sarah

    Gefällt 1 Person

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