Badass Öko – Edition 3

Mein dritter Beitrag zum Klischees aus dem Weg räumen. Öko sein ist cool und nicht öde! Und wie sich das auch mit dem Reisen vereinbaren lässt, darüber will ich heute schreiben.

Ich schreibe grundsätzlich nicht viel über meine Urlaube auf diesem Blog, weil ich einfach keinen anderen dazu anregen und inspirieren will, um die halbe Welt zu fliegen. Fliegen ist eine riesige Umweltbelastung und das weiß ich. Trotzdem mache ich es. Auf Dauer will ich mich dahingehend noch mehr einschränken, aber Reisen ist einfach eins der wenigen Dinge, die ich auf keinen Fall missen möchte. Ja, first world Problems haben wir da am Start…

Wie auch immer, heute will ich übers Reisen schreiben. Und zwar über meine Art von nachhaltigem, badass öko Reisen. Das mach ich nämlich seit zwei Jahren auch immer mal wieder.

Badass Öko reisen ist nicht besonders sexy, nicht luxuriös, nicht high Fashion. Es ist anstrengend, Nerven raubend und manchmal ein klein bisschen illegal. Aber vor allem ist es eins: Ganz schön frei. Und in dieser Freiheit da sind einem ein Badezimmer, Kaffee am Morgen und die neuen Stiefel auf einmal gar nicht mehr wichtig. Denn alles was zählt ist das Jetzt. Hier im Moment sein. Auf die Natur hören, den eigenen Atem, die knackenden Äste unter den Füßen und das leise Plätschern des Baches.

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Aber vielleicht fangen wir erstmal ganz von vorne an. Vor fast zwei Jahren hab ich mit meiner Freundin meinen prägendsten Urlaub überhaupt gemacht, der mich als Person von Grund auf verändert hat. Wir sind mit Rucksack, Zelt und Schlafsack nach Norwegen und haben einfach zwei ganze Wochen im Freien verbracht. Mit den Öffis sind wir von Städtchen zu Städtchen gefahren, sind Wanderwege gegangen und an den einsamsten Stränden gelandet. Es war so wunderschön. Am Anfang ungewohnt und vor allem auch ungemütlich. Aber je mehr Tage verstrichen, desto mehr kam ich auch bei mir an. Es schien als hätten wir alle Zeit der Welt und alles dabei, was wir zum Leben brauchten. Das eigene Dach jeden Tag mit an den neuen Schlafplatz zu tragen fühlt sich großartig an.

Seitdem zieht es mich förmlich raus in die Natur. Und deswegen haben wir das jetzt schon zwei mal im kleineren Stil wiederholt. Für einen Wanderurlaub muss man nämlich nicht unbedingt nach Norwegen. Man kann auch einfach ein paar Stunden mit dem Auto nach Österreich fahren oder den Zug zum nächsten Gebirge nehmen.

Wir planen eigentlich nie so richtig wo wir in diesen kleinen Wanderurlauben hinlaufen wollen. Genauer gesagt haben wir eigentlich keine Ahnung vom Wandern. Bisher hat aber zum Glück immer alles gut geklappt, wir treffen oft nette Menschen in Wanderoutfits, die Karten haben und uns gerne mal weiterhelfen.

Man kann sich entweder entscheiden zu einer bzw. mehreren Hütten zu wandern und dort übernachten (erleichtert das Gewicht des Rucksacks um einiges…) oder ein Zelt mitnehmen. In Deutschland ist Zelten in der Natur zwar eigentlich nicht erlaubt, aber solange man vorsichtig ist, keinen Müll hinterlässt und nicht mitten auf dem Weg schläft, sollte da eigentlich nichts passieren. Und das Freiheitsgefühl ist beim Zelten natürlich noch zehn mal größer…

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Damit dein Wanderurlaub zum vollen Erfolg wird, wollte ich hier mal ein paar Tipps teilen:

1 gute Qualität bei der Ausrüstung. Ich hab zwar keine Regenhose oder einen Kompass, aber trotzdem hab ich damals einige viele Euros in einen richtig tollen Rucksack, feste Wanderschuhe und einen kleinen, leichten und trotzdem warmen Schlafsack investiert. Meine Isomatte ist geliehen von Freunden. Ein bisschen herumfragen lohnt sich da auf jeden Fall, weil man so eine Ausrüstung ja für Gewöhnlich nicht jeden Tag braucht.

2 ein Gaskocher. Wir haben beim letzten Wanderurlaub letzten September zum ersten mal einen Gaskocher dabei gehabt und siehe da: Das verändert echt alles. Eine warme Mahlzeit ist ein richtiger Segen, wenn man den ganzen Tag auf den Beinen an der frischen Luft war und es abends auch noch richtig kalt wird.

3 Wasser-Versorgung sichern. Hört sich jetzt blöd an, ist aber gar nicht so unwichtig. Essen für drei Tage dabei haben, ist meistens nicht so schwer, aber Wasser für drei Tage? Das wird ganz schnell ganz schön schwer sag ich dir. Wir planen deshalb immer an irgendwelchen Hütten oder Seilbahnstationen vorbeizukommen. Und natürlich ist das Wasser in erster Linie zum Trinken da. Wer vor hat sich damit auch die Hände zu waschen, kann direkt einen Kanister hinter sich her ziehen.

4 Handy meiden. Braucht man die paar Tage wirklich nicht. Und man kann es ja auch nicht aufladen. Wir haben unsere Handys immer im Flugmodus dabei für Musik und Notfälle. Und wenn wir wirklich dringend jemandem schreiben möchten, dann machen wir eine feste Handyzeit von 5 Minuten aus, damit nichts ausartet.

5 Loslassen. Das A und O eines Wanderurlaubs ist das Loslassen. Man muss zulassen sich in der Natur wohl zu fühlen und dazu muss man seinen irrsinnigen Luxus an materiellen Gütern, den man gewohnt ist, einfach vergessen. Denn dann entstehen die aller besten Momente. Dann will man nach vier Stunden anstrengendem Wandern einfach nur nackt in den See springen, in der Sonne liegen, seinen Gedanken freien Lauf lassen und die Aussicht genießen.

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