Mein Leben auf 10 qm2

Und wie ich den Minimalismus neu für mich entdeckt habe.

Ende letzten Jahres bin ich (endlich) von Zuhause ausgezogen. Ich wollte rein in die Stadt, selbstständig sein, nah am Geschehen sein und was ganz Eigenes haben. Aber München ist bekanntlich nicht die billigste Großstadt und weil ich mir mein Zimmer selbst finanziere, musste ich mir etwas Kleines suchen. Gefunden hab ich ein süßes 10 qm2 Zimmer. Und was mir am Anfang erstmal gewagt erschien, ist mir schon nach zwei Monaten unglaublich ans Herz gewachsen. Das neue Zimmer ist mein Ruhepol geworden. Mein cozy place, mein hygge Gefühl. Warum? Darüber will ich heute schreiben.

Zuerst einmal vorweg: Vor ungefähr zwei Jahren hab ich angefangen mich für diesen ganzen Minimalismus Kram zu interessieren. Ich hab immer wieder ausgemistet, Dinge weggeworfen, weitergegeben und verkauft. Wenn man erstmal damit anfängt, scheint es, als könnte man immer noch ein bisschen mehr ausmisten, noch ein bisschen weniger Dinge besitzen.

Dementsprechend dachte ich, als ich kurz davor war auszuziehen: Ja, ich hab ja eh nicht viel Zeug.

Nichts wars. Im Gegenteil. Ich bin wirklich erschrocken bei all dem unnötigen Kram, den ich eben doch noch hatte. So viele Dinge, die ich nicht mehr benutzte, nie mehr benutzen würde. So viel undefinierbares Zeug, so viel Müll.

Es stand also recht schnell fest: Ich kann nicht alles aus meinem Kinderzimmer mit in meine neuen 10 qm2 nehmen. Dafür ist einfach zu wenig Platz.

Also haben wir erst mal mit den essenziellen Sachen angefangen. Mein großes Bett und mein noch größerer Schreibtisch sind mir heilig, da wollte ich keine Kompromisse eingehen. Und meine Kleiderstange, die musste auch auf jeden Fall mit. Eine kleine Kiste mit all den restlichen Klamotten, ein bisschen Bürokram, meine Zeitschriften Sammlung, meine Lieblingsbücher. Ein Spiegel, eine Kiste Deko und Kerzen, die wichtigsten Taschen und Rucksäcke.

Und das wars eigentlich. Vor der Tür im Flur haben wir noch ein Regal stehen, in dem ich meine Nähsachen verstauen konnte, frische Bettwäsche und meinen Backpack mit Schlafsack und Isomatte.

Hier hab ich mal ein paar Bilder von meinem kleinen süßen Zimmer gemacht:

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Mein geliebter Schreibtisch. Obenauf steht Bürokram, Stifte, Papier und Uni Unterlagen, unten hab ich meine liebsten Bücher verstaut, eine Kiste mit Deko und eine mit Elektronik Dingen. Wenn ich am Schreibtisch sitze hab ich eigentlich immer eine Kerze an. Irgendwie fühlt sich die Zeit, dann wertvoller an. Außerdem kann ich den Tisch auch noch ein bisschen ins Zimmer ziehen, sodass man von beiden Seiten zu zweit daran sitzen kann.

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Ein Regalbrett link über meinem Schreibtisch. Wieder ein paar Lieblingsbücher, offizielle Unterlagen, Bastelsachen und meine Sammlung der „Flow“ Zeitschrift. In der kleinen Box sind Fotos. Und übrigens: die schönen Zweige, die auch auf meinem Schreibtisch stehen, sind Eukalyptus Zweige. Bekommt man günstig im Blumenladen.

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Die gegenüberliegende Wand mit meinem Standspiegel und meiner Bilderleine. Die Lichterkette, die sich um diese Konstruktion schlängelt ist fast immer an und das Praktischste: Ich kann sie vom Bett aus abschalten.

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Mein cozy place: Das Bett. Meine Matratze liegt auf Euro Paletten, die man jetzt leider nicht sehen kann. Am unteren Rand hab ich dann meine Kleiderstange und Kleiderbox auf die Paletten gestellt.

Achja, ich weiß noch wie sich das in den ersten Nächten angefühlt hat. Als wäre man in einer Ferienwohnung, einem Air BnB, total unwirklich. Irgendwann hab ich dann realisiert, dass das tatsächlich alles ist. Alles was ich brauche.

Und da war es, das Gefühl der Leichtigkeit. Irgendwie fühlt es sich ganz frei an, so wenig Platz zu haben. Einfach weil ich jetzt auch viel weniger Dinge habe. Das Wort Minimalismus hat für mich eine ganz neue Bedeutung bekommen. Und ich liebs.

Wenn ich die Tür zu meinem kleinen Zimmer aufmache, dann fühle ich mich ruhig. Dann bin ich angekommen. Dann weiß ich ganz genau, dass alles seinen Platz hat. Und irgendwie hat mir das auch gezeigt, dass ich meinen Platz habe.

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Mein Lieblings-Detail in meinem Zuhause: diese süßen Schlittschuhe. Sie sind schon über 50 Jahre alt und ich hab sie von meiner Oma zu Weihnachten bekommen. Und die stehen da nicht nur zur Deko! Ich war schon auf dem Eis mit diesem Vintage Schatz…

3 Antworten auf “Mein Leben auf 10 qm2”

  1. Minimalismus finde ich prima. Sich über Besitz zu definieren furchtbar. Ich/ Wir haben ein kleines Reihenhaus und ich bin manchmal froh das ich Dinge die ich toll finde nicht kaufe, weil es Blödsinn ist, weil kein Platz dafür da ist, Gott sei Dank. Schönes Zimmer!

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