Badass Öko – Edition 1

Badass Öko. Ich dachte mir, mal was neues. In dieser kleinen Serie will ich dir ab jetzt immer mal wieder zeigen, wie cool das Öko Dasein eigentlich sein kann. Vielleicht deckt das Ganze auch ein bisschen auf, warum ich im ersten Moment gar nicht so wirke, wie ein Öko. (Zumindest glaube ich, dass das nicht der Fall ist.) Denn das ist eins der Dinge, die ich auf meinem Blog vermitteln will: Nachhaltigkeits – Vorurteile können einpacken. BIO Gemüse kaufen, Kosmetik selbst herstellen und Vintage Sachen tragen ist längst nichts mehr nur für umweltbewusste Rentnerinnen. Im Gegenteil. Also fangen wir an: Badass Öko – Edition 1, heute mit: Fashion.

Fashion. Was fällt dir als erstes bei diesem Wort ein?

Wenn ich Fashion höre, spalten sich meine Gedanken dazu in zwei Seiten auf.

Da gibt es die eine Seite, die Fashion liebt, liebt, liebt. Ich bin schon länger an Kleidung interessiert. Wie sie wirkt, was sie mit uns macht, wie sie uns verändern kann. Für mich ist Kleidung eine eigene Art von Kunst, mit der wir jeden Tag aufs Neue spielen können. Stil ist etwas fantastisches und ich kann mich manchmal nicht daran satt sehen, wie verschiedene Materialien und Farben miteinander harmonieren. Fashion ist wirklich toll .

Auf der anderen Seite fallen mir billige Fast Fashion Ketten ein. Ich habe Bilder im Kopf von riesigen Wühltischen mit günstigen Tangas bei Primark, von langen Umkleideschlangen bei H&M, großen Sale Plakaten in vielen Schaufenstern und den endlos wirkenden Stangen, an denen sich ein 5€ Shirt hinter dem anderen aufreiht. Es ekelt mich. Sehr.

Wieso? Weil ich genau weiß, was hinter dieser ach so bunten, fröhlichen und stylischen Branche steckt. Ich habe einen gesunden Menschenverstand und kann eins und eins zusammen zählen. Ein T Shirt, das zu Bedingungen hergestellt wurde, die in Deutschland gelten, kann nicht 5€ kosten.

Ich habe am Anfang meines Blogs schon einmal über Fast Fashion geschrieben (hier), deswegen will ich die Fakten hier nicht nochmal ausbreiten, aber eins steht fest: Ich bin wütend. Ich bin wütend, dass es Fast Fashion gibt. Ich bin wütend, dass wir so ignorant sind. Menschen an anderen Orten dieser Welt leiden für unsere Kleidung. Ist das eigentlich unser ernst? Es werden ständig neue Ressourcen verbraucht, nur damit wir uns die dritte gleich aussehende Bluse kaufen können, nur damit wir immer und immer mehr Kleidung anhäufen können. Für was denn überhaupt?

Ein kleines Gedankenexperiment: Stell dir doch mal vor eine gute Freundin von dir würde in einer Näherei in Bangladesch arbeiten. Sie muss 6 Tage die Woche 60 oder mehr Stunden schuften, für einen Lohn, von dem sie kaum die Miete zahlen kann. Stell dir vor sie bekommt Asthma von der schlechten Luft im Gebäude, sie wird sexuell belästigt und verliert ihre Stelle, wenn sie einmal krank ist. Würdest du etwa von diesem Modelabel kaufen? Das unterstützen?

Und die nächste Frage ist jetzt, warum denken wir immer nur an uns? An unsere Liebsten, unsere Familien, unsere Seifenblase? Warum sind wir so verdammt ignorant gegenüber anderen Menschen? Diese Menschen sind einfach durch Zufall an einem anderen Ort geboren worden als wir. Und deshalb sind sie jetzt weniger wert? Deshalb haben sie jetzt ein schlechteres Leben verdient? Nein. Nein, nein, nein.

Du musst nicht von heute auf Morgen auf neue Kleidung verzichten. Das hab ich auch nicht gemacht. Auch ich kaufe selten noch bei wirklich schlimmen Fast Fashion Ketten. (Letztes Jahr waren es zwei Teile.) Aber ich will, dass du mal darüber nachdenkst. Jede Veränderung fängt mit dem Bewusstsein für den Stand der Dinge an, finde ich. Den Stand der Dinge haben wir oft aus den Augen verloren, er wird von unserer Wirtschaft vertuscht und uns vorenthalten.

Genaueres über den Stand der Dinge in der Mode Branche erfährst du in der unglaublich guten Doku „the true cost“. Wenn dir mal langweilig ist, schau sie dir bitte an!

Ich will aber in diesen Badass Beiträgen nicht nur meckern, sondern auch meine coole Öko Variante vorstellen, zu dem, was falsch läuft.

Deswegen zeige ich dir heute ein Outfit und erzähle dir, woher diese ganzen Kleidungsstücke stammen. Et voila:

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Dieses Outfit ist nicht nur ein gutes Beispiel für meinen every day style, sondern auch für meinen Öko – Fashion – Mix.

Boots – die sind einfach alt. 4 Jahre nämlich. Ich hab sie fast jeden Tag an, sie halten alles aus und passen überall dazu. Ich liebs. Es lohnt sich einfach, in Qualität und zeitloses Design zu investieren.

Karo Hose, gestreifter Blazer, weißes, geripptes Rollkragen ShirtKleiderkreisel, the place to shop. (Und Flohmärkte, die sind auch prima.) Auf Kleiderkreisel hab ich bisher ALLES gefunden was ich wollte. Es ist günstig, es gibt eine riesige Auswahl und man kann ohne schlechtes Gewissen auch Fast Fashion Trends shoppen. Second Hand ist nämlich einfach schon 10 mal besser als neu. (Die goldene holo Winterjacke auf dem Titelbild ist übrigens auch von Kleiderkreisel.)

„coffee (is a drug)“ shirtfair fashion. Mein erstes fair produziertes Shirt aus Bio Baumwolle. Ein merch Artikel meines Lieblings Podcasts „The mustards“.

Bauchtasche – ein altes Teil, ein bisschen aufgepimpt. Diese Tasche hat mir tatsächlich meine Oma gegeben haha. Ich hab dann ein bisschen Palliettenstoff drauf genäht und jetzt ist sie DAS hipster Teil in meinem Schrank.

Ohrringe – von einer Freundin. Auch Menschen, die du kennst, haben Sachen, die sie nicht mehr brauchen. Umhören lohnt sich. Manchmal werden daraus echte Lieblingsteile.

Und schon hat man ein badass öko outfit, ohne neue Ressourcen zu verschwenden oder anderen Leuten Leid zuzufügen.

Fragen, Anregungen, Gedanken dazu? Ich freu mich über JEDE Nachricht! Danke fürs Lesen.

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2 Antworten auf „Badass Öko – Edition 1

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