ein Einblick in meinen Alltag als grüne Minimalistin

Minimalism, minimalistic habits

Huhu du, schön, dass du da bist.

Manchmal verliere ich aus den Augen, wie viele Dinge sich in meinem Leben seit meinem Umdenken vor einem Jahr geändert haben. Deswegen hab ich mal versucht alles schön zusammenzufassen und hier einfach mal ein bisschen meinen momentanen Alltag zu beschreiben. Klingt jetzt vielleicht erstmal langweilig, aber könnte auch inspirierend sein oder? Schau doch einfach mal rein.

Mein Alltag als grüne Minimalistin. Einen richtigen Alltag hab ich als Studentin eigentlich eh nicht. Mal ist es richtig stressig und ich lerne 24/7, dann hab ich wieder viel Zeit zu arbeiten, dann sind wieder mehrere Monate frei. Momentan bin ich allerdings vollzeit als Praktikantin bei Gemüsekisten-Menschen angestellt und führe einen ziemlich „normalen“ Alltag. Aber ich will hier gar nicht lange ausschweifen, los gehts. (Und weil das hier die perfekte Gelegenheit war, alte, unentdeckte Beiträge wieder aufleben zu lassen, hab ich mal fleißig alles verlinkt, was mir in die Finger kam)

Um zwanzig vor sieben klingelt mein Wecker. Ultra früh also. Ich quäle mich um sieben aus dem Bett und gehe Zähne putzen. Dazu hole ich ein kleines Gläschen aus meinem Badezimmerschrank, fische eine Zahnputztablette raus und zerkaue sie ein bisschen im Mund. Bambuszahnbürste nass machen und putzen. (Ich war eine Zeit lang sehr überzeugt von Zahnpasta am Stiel , musste aber feststellen, dass Zahnputztabs viel pratischer sind.)

Danach stehe ich ratlos vor meiner Kleiderstange. Ich kann nicht sagen, dass einem die Auswahl bei sehr wenigen Teilen unebdingt leichter fällt. Capsule wardrobe hin oder her. Ich entscheide mich für einen weißen Rock (selbstgenäht), ein weites T-shirt (Fast Fashion Sünde aus dem letzten Jahr) und einen grauen Pulli (second hand). Ich irre ein wenig im Zimmer herum, sehe dabei vermutlich geschäftig aus, vergesse aber im fünf Sekunden Takt, was ich eigentlich gerade machen wollte.

Irgendwann finde ich mich vorm Spiegel wieder und schaue mir ins Gesicht. Meine Haut ist irgendwie immer noch schlecht, keine Überraschung eigenltich. Trotzdem freue ich mich innerlich über den Erfolg, seit zwei Wochen kein Make up oder Concealer benutzt zu haben. Juhuu. Ich trage ein bisschen Mascara, Lidschatten und Augenbrauenstift auf und frage mich, wann diese Produkte denn eeendlich leer werden, damit ich mir mal vegane öko Kosmetik kaufen kann. Ein Blick auf die Uhr sagt mir, dass ich schon wieder viel zu spät dran bin. Schnell noch vier Gläser (und nein, das ist keine Übertreibung, ich nehme wirklich immer sehr viel Proviant mit haha) vorbereitetes Essen einpacken und Wasser mit einem Stängel Minze in die Glasflasche. Und dann raus.

Ich hole mein Fahrrad aus der Garage, setze meine Kopfhörer (second hand und schon zwei mal repariert) auf. Dann steige ich auf meinen alten Drahtesel (vor dem Sperrmüll gerettet) und raffe meinen bodenlangen Flatterrock zusammen, um ihn mit der rechten Hand festzuhalten, damit er nicht in die Kette hängt. Ausgefallene Outfits sind kein Grund fürs Auto! Da fahre ich also zum Bahnhof, völlig abgehetzt, eine Hand am Fahrrad, die andere hebt den Rock, sodass es aussieht als würde ich in Strumpfhose rausgehen. Mein peinliches Regencape baumelt am Lenker, meinen Rucksack hab ich auf dem Rücken. Ich hasse Radfahren. Im Ernst.

Am Bahnhof angekommen schaffe ich gerade noch den Zug, es ist voll und viel zu heiß in meiner Glitzerjacke (selbstgenäht), aber dieses kleine Mädchen, das da im Kinderwagen sitzt scheint sich so prächtig zu amüsieren, dass ich grinsen muss. Gleichzeitig erinnere ich mich dran, dass ich doch schon längst neue Musik runterladen wollte, dieses Lied hab ich bestimmt schon 4567 mal gehört. Ich brauch dringend Kaffee.

Den hol ich mir dann auch kurz vor der Arbeit in diesem süßen kleinen Café mit dem japanischen Namen und den verlockend aussehenden (aber sicher nicht veganen) Törtchen. (Beweggründe zum Veganismus: hier lang, was Veganismus mit mir gemacht hat: da lang.) Ich halte meinen eigenen Becher über die Theke. Bitte hier rein und mit Sojamilch. Als ich das Cafe verlasse merke ich schon die Wirkung des allseits beliebten Heißgetränks in meinen Händen, nach dem ich wohl eindeutig süchtig bin. Was für ein schöner Tag. Ich lächle.

In der Arbeit kommt mein Öko (Warum dieses Wort total absurd ist, erkläre ich hier.) Dasein nicht allzu stark zur Geltung. Ich esse und trinke zwar meine mitgebrachten Sachen, aber wenn es mal sein muss, danach noch was Süßes zu kaufen, dann mache ich das auch. Außerdem ist das Unternehmen, bei dem ich mein Praktikum mache an sich schon sehr nachhaltig und weltverbesserungsmäßig unterwegs. Das war mir einfach sehr wichtig.

Nach der Arbeit fahre ich mit dem Rad zum Bio Laden. (Bio, weil es bestimmt 3000 gute Gründe gibt, Bio zu kaufen. So.) Beim Reinkommen sehe ich schon meinen Lieblingsverkäufer hinter der Brot Theke stehen. Ich grinse ihn breit an, sage aber noch nichts, weil ich meine Kopfhörer noch auf hab. Mit einem Kinder-Einkaufswagen laufe ich zielstrebig zum Obst. Erstmal Bananen, die brauche ich sicher. Oh und es gib losen Rucola. Ich hole meinen Stoffbeutel aus dem Rucksack und nehme mir zwei große Portionen Rucola, den lieb ich nämlich. Währenddessen klopf ich mir innerlich auf die Schulter, weil ich an meinen Beutel gedacht hab. Das ist nämlich eher so eine 50 50 Chance. Dann schlendere ich durch den Laden, schau mich ein bisschen um, überlege was ich kochen kann. Die üblichen Sachen nehm ich auch mit. Apfelmus, pflanzliche Margarine, ein Glas Kichererbsen. Kurz bleib ich vor den vielen Kartons pflanzlicher Milch stehen, reiß mich dann aber doch zusammen. Ist ja wieder unnötiger Müll. Stolz gehe ich auch am Sojajoghurt vorbei, diese Phase meines Lebens hab ich hinter mir gelassen. Zumindest solange es den nicht im Glas gibt. An der Kasse bin ich enttäuscht, dass mein Betrag mal wieder zu niedrig für die Stempelkarte ist. Schönen Abend, dir auch. Ich steuere Richtung Ausgang, gebe den Kinder-Einkaufswagen ab und wende mich dann meinem Lieeblingsverkäufer zu. Wir quatschen ein bisschen über das Wetter und die Arbeit und dann verlasse ich den Laden mit einem Lächeln. Ich mag diesen losen menschlichen Kontakt. Man kennt sich, aber irgendwie auch nicht. Man trifft sich nur zufällig, nicht absichtlich. Irgendwie schön.

Zuhause angekommen trödle ich erstmal ein bisschen mit allem. Das passiert mir einfach jeden Tag. Ich ziehe mir was gemütliches an und fange dann an zu Kochen. Es gibt Pasta mit rotem Pesto, frischen und getrockneten Tomaten, Rucola und Paprika. Ich mache gleich ein bisschen mehr, damit ich den Rest am nächsten Tag zu mittag mitnehmen kann. Dieses Konzept geht fast jeden Tag gut auf, sodass ich mir eigentlich nie etwas zum Mittagessen kaufen muss. Da spart man Müll und Geld. Mir fällt auf, dass ich immer noch keinen Pfeffer da habe. Ich muss dringend mal wieder zum unverpackt Laden, dort kaufe ich nämlich all meine trockenen Lebensmittel (außer Falafelmischung und 6-Korn Flocken…).

Ich esse am Schreibtisch. Ich mag meinen Schreibtisch sehr. Betten sind als gemütlichster Ort im Zimmer völlig überbewertet finde ich. (Mein Zimmer kannst du übrigens hier sehen.) Einer meiner Podcasts läuft. Ich bin ein absolut begeistereter Podcast-Hörer geworden. Später mache ich noch Yoga, das fällt mir momentan besonders leicht. Ich schätze dieser Bewegungsdrang kommt daher, dass ich den ganzen Tag sitze. Irgendwann klappe ich dann den Laptop auf. Netflix scheint laut nach mir zu rufen. Den restlichen Abend verbringe ich also mit meiner Lieblingsserie, meinem Journal und ein paar neuen Plänen fürs Nähen.

Natürlich verlaufen nicht alle meine Abende so. Heute zum Beispiel schreibe ich diesen Beitrag hier, ich gehe gerne und oft Essen, meine Nachbarin kommt mindestens einmal unter der  Woche zum Quatschen vorbei, manchmal nähe ich, manchmal backe ich eine leckere Tarte oder frisches Granola.

Enden tut mein Abend aber fast immer gleich: Mit dem Geschirrspülen. Ich muss zugeben, ich mag es natürlich nicht besonders, aber es hat auch irgendwie was meditatives an sich. Ich spüle mit Spülmittel aus dem unverpackt Laden und einer Holzbürste, bei der man einfach hin und wieder den Kopf austauscht. Für die Arbeitsplatte (und im Übrigen auch für alle anderen Flächen in meinem Zimmer) hab ich einen Lappen, bzw. vier, die ich immer wieder in der Waschmaschine wasche. Mein größtes Problem beim Spülen ist übrigens, dass ich immer wieder vor Netflix hängen bleibe und mit einer bereits trockenen Schüssel in der Hand einfach im Stehen ausharre. Nach dem Spülen räume ich noch ein bisschen auf, es ist mir sehr wichtig nach der Arbeit ein ordentliches Zuhause zu betreten und kein Chaotisches. Ganz zum Schluss bereite ich mir noch meine overnight oats vor, die ich am nächsten Morgen in der Arbeit frühstücken werde.

Wenn ich endlich fertig bin, schminke ich mir die Mascara mit Kokosöl ab und putze Zähne. Um halb zwölf bin ich im Bett. Optimalerweise würde ich jetzt noch meine gratitude list ausfüllen, aber sind wir mal ehrlich: das ist zwar eine romantische Vorstellung, aber ich hol das meistens einige Tage später in der Arbeit nach…

 

 

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