Gedankenchaos Teil 2: Von Abständen und Grenzen

happiness travel, pure Happiness

Hallo du.

Das hier ist mein zweiter Sommer-Gedankenchaos Beitrag und es geht um zwei kurze Urlaube, die mich an physische und psychische Abstände und Grenzen geführt haben. Und das hört sich jetzt alles sehr dramatisch an, aber nein, ich war nicht in einem Kinderheim in Ghana oder so. (Auch wenn ich das gerne mal machen würde.) Abstände und Grenzen testen kann man auch ohne Extremsituation.

Fangen wir heute mal von hinten an. Mit meinem letzten kleinen Urlaub diesen Sommer. Ich bin ziemlich spontan und ohne irgendwelche Planung mit einer Freundin zum Eibsee gefahren, an den Fuß der Zugspitze. Ausgerüstet mit Zelt, Verpflegung für ein paar Tage, Isomatten, Schlafsäcken, festen Schuhen und allem drum und dran sind wir los spaziert.

Wir haben das so ähnlich jetzt schon zum dritten Mal so gemacht und ich kann es jedem sehr ans Herz legen. Einfach mal raus aus der Zivilisation. Irgendwo hin, wo man seinen Handy mal offline lässt, wo man viel barfuß läuft, wo man sich im See wäscht und abends vor dem Zelt auf dem Gaskocher eine Nudelsuppe macht. Dieses Mal haben wir sogar komplett auf Campingplätze oder Hütten verzichtet und unser Zelt mitten in der Natur aufgestellt. (Das ist eigentlich nicht erlaubt in Deutschland, aber wenn man unauffällig bleibt und danach wieder alles mitnimmt… psshht.)

Es fühlt sich so, so gut an zu den eigenen Wurzeln zurück zu kehren. Man ist der Natur so nah, kann sie so deutlich spüren. Alles ist ganz echt und eben auch einfach anstrengend.

Vor allem unsere Wanderung hoch zu einer Hütte bei der wir essen wollten, hat mich wieder mal total ans Ende meiner Kräfte gebracht. Mit einem 15 Kilo Rucksack läuft es sich eben nicht ganz so leicht. Aber man hat auch einfach alles dabei. Alles was man braucht. Ein unglaublich faszinierendes Gefühl von Unabhängigkeit.

Dieser Urlaub bestand für mich vor allem aus körperlichem Abstand und körperlichen Grenzen. Wir sind solch einen Luxus gewohnt, dass uns so ein Zelt Urlaub zu Fuß schon ganz schön hart vorkommen kann. Zumindest mir geht es jedes mal wieder so.

Aber am Ende, da tut das alles unglaublich gut. Am Ende, da bin ich immer wieder froh mal eine Weile weg gewesen zu sein von dem, was wir Lebensstandard nennen.

So, jetzt will ich noch von psychischen Abständen und Grenzen erzählen. Die hab ich dieses Jahr in meinem Urlaub in Stockholm erlebt. Das war nämlich mein erster Urlaub ganz allein. Für Manche ist das vielleicht schon normal, für mich war es etwas völlig Neues allein in einer fremden Stadt zu sein.

Zuerst war ich fast ein bisschen enttäuscht, denn entgegen der allgemeinen Erwartungen hatte ich weder eine Sinnkrise, noch hab ich mich besonders stark selbst gefunden oder so. Eigentlich kam mir alles ganz schön normal vor. Ich hab gar nicht richtig realisiert, dass ich allein war. Und ich hab mich auch gar nicht wirklich überwinden müssen, Kontakt mit fremden Menschen zu knüpfen. Alles hat einfach funktioniert und alles war schön.

Im Nachhinein denke ich, das ist vielleicht ein typischer Fall von „Man wächst an seinen Aufgaben“ oder „Ins kalte Wasser geworfen werden“. Ich musste zurechtkommen. Da gabs ja gar keine andere Option.

Und auch, wenn es mir eben erstmal nicht so vorkam, hat mich dieser Urlaub wahrscheinlich schon ein ganzes Stück weiter gebracht. Ich habe so viele nette Menschen kennengelernt, habe auf den Schultern eines Fremden eine Wassershow beobachtet, war „die Neue“ in einem Yogakurs, hab mir mit zwei Hostelzimmer-Mitbewohnern zu live Jazz Musik die Seele aus dem Leib getanzt. Und dann war ich mal wieder ganz allein, hab ewig vor einzelnen Fotos einer tollen Ausstellung gestanden, bin eine dreiviertel Stunde gelaufen, um bei diesem einen Hipster Cafe zu frühstücken, hab in meinem Stockbett Netflix geschaut und saß mit meinem Buch in einem Burger Restaurant.

Alleine Urlaub machen war weder einsam, noch seltsam oder langweilig. Es war wirklich schön, genauso wie Urlaub zu zweit oder in einer Gruppe wirklich schön sein kann. Fakt ist einfach, dass man ohne Begleitung allen Urlaubseindrücken viel heftiger ausgesetzt ist, egal ob es sich hierbei um den unglaublich süßen Geschmack der frischen Zimtschnecke handelt, oder um die grausam bizarren Vorstellungen eines Künstlers in einer Kurzfilmausstellung.

 

Das wars auch schon wieder mit dem Gedankenchaos. Ich bin mir ja manchmal nicht sicher, ob ich überhaupt jemanden inspirieren kann mit meinen philosophisch angehauchten Selbstfindungstexten. Vielleicht ist das aber auch gar nicht wichtig.

Und weil mein travel buddy mal wieder soo schöne Bilder gemacht hat, gibts hier noch ein paar Eindrücke unseres Wanderurlaubs.

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