Gedankenchaos Teil 1: Barfuß zwischen Glück und Sinn

mindfulness, pure Happiness

Ich sitze hier in einem vollen Café mitten in der Innenstadt Stockholms. Es sind fast nur Frauen hier, alle reden laut durcheinander. Mein Capucchino steht neben mir, das Avokadobrot und den Sojajoghurt habe ich schon gegessen. Aber heute soll es nicht um Stockholmer Cafés gehen (auch wenn man dazu sicher einen ganzen Beitrag schreiben könnte…) Heute soll es um etwas Großes gehen. Ich versuche in den folgenden wie Beiträgen mein Gedankenchaos zu ordnen, und zwar so, dass vielleicht auch du dich inspiriert fühlst. (Und mal wieder ein kleiner Disclaimer: Mittlerweile bin ich schon wieder daheim, habs aber jetzt erst geschafft diesen Beitrag hochzuladen.)

Fangen wir mal von ganz vorne an. Es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her, seit ich mich eine Minimalistin nenne. Seit ich diesen Blog angefangen habe, seit ich mich aktiv mit meinem Konsum beschäftige, seit ich aussortiere und mich frage, was ich eigentlich wirklich brauche. Es ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her, seit ich mein Leben von vorn bis hinten umgekrempelt habe. Und eins nehm ich schon mal vorweg: Dieses Jahr war mein allerschönstes bisher. Ich habe nie so intensiv gelebt, war nie so glücklich und wollte nie so viel barfuß laufen. (Barfuß laufen? Warte ab, der Kontext kommt noch.)

Wie es dazu kam? Vor ein paar Wochen hab ich selbst noch nicht gewusst, wie all das zusammenhängt. Das Glück, die vielen Einschränkungen, dieses intensive Gefühl mit der Natur verbunden zu sein. Doch zufällig hab ich neulich einen sehr inspirierenden Artikel gelesen mit dem ich plötzlich alle Puzzleteile zusammenfügen konnte.

Es geht um die Frage: Glück oder Sinn? Wieso muss man sich zunächst für eins entscheiden? Wie hängen beide zusammen? Und was um Himmels Willen hat das mit dem barfuß Laufen zu tun?

Oft wenn ich erzähle, dass ich versuche vegan zu leben, obwohl ich chicken wings und französischen Brie über alles liebe, dass ich kaum noch Kleidung kaufe, dass ich auf dieses und jenes verzichte, weil es in Plastik verpackt ist und so weiter, dann kann ich regelrecht sehen, wie es in meinem Gegenüber arbeitet. Fragende Gesichter, Stirnrunzeln. Eine Person hat mich mal ganz konkret darauf angesprochen: „Du beschäftigst dich doch auch so viel mit dem glücklich Sein oder? Aber mit Allem, was du tust schränkst du dich doch unglaublich ein, das macht doch nicht glücklich.“ (Wenn diese Person den Beitrag liest und sich angesprochen fühlt, danke, du hast mich damals definitiv zum Nachdenken angeregt.)

Wie auch immer, Fakt ist, ich schränke mich ein. Mir selbst fällt das oft gar nicht mehr auf, aber wenn ich dann wieder einen Schritt zurücktrete, dann bemerke ich wieder, wie sehr.

Klar, auf kurze Sicht macht mich das auch nicht wirklich happy. Das beste Beispiel momentan ist wohl tatsächlich meine vegane Ernährung. Ich liebe Käse. Ich arbeite sogar momentan noch in einem Käseladen. Und trotzdem musste ich diesen Schritt gehen, weil es sich richtig angefühlt hat. Ich hab es noch keine Sekunde bereut!

Nichts von dem was ich tue und nicht tue, fällt mir sonderlich schwer, nichts macht mich irgendwie unglücklich. Weil da ein Sinn ist. Es macht für mich Sinn weniger zu konsumieren, vegan zu leben, auf Plastikmüll zu verzichten. Das Alles macht für mich Sinn.

Und in diesem Sinn, da finde ich ein Glück, das viel intensiver und reiner ist, als alles andere Glück. Ein Glück das lange anhalten kann. Ich habe das Gefühl ich trage zu etwas Großem bei. Und wenn ich genauer hinschaue ist dieses Große, zu dem ich unbedingt beitragen will, das Beschützen dieser Erde. Anfangs war das gar nicht meine Intention, aber je mehr ich mich mit all diesen Themen beschäftige, desto mehr merke ich wie sehr sich alles in meinem Leben in diese eine Richtung bewegt.

Da wären wir dann auch beim barfuß Laufen angekommen. Ich habe nie so eine starke Verbindung zur Natur wahrgenommen wie jetzt. Es ist so wunderbar! Und wenn wir mal genauer hinsehen, ist das auch gar nicht so absurd, wie du vielleicht erstmal denkst. Wir Menschen gehören nun mal zur Natur. Sie ist unser Zuhause und sie braucht unseren Schutz.

Wenn du also das nächste mal vor einer Entscheidung stehst, die dein alltägliches Leben betrifft. Kaufe ich dieses Oberteil? Was gibts heute zum Abendessen? Soll ich lieber Auto oder Rad fahren? Dann hinterfrage doch mal, was für dich am meisten Sinn macht. Entscheide dich mal nicht sofort für das, was deinen momentanen Wunsch befriedigt, sondern für das, was sich langfristig richtig anfühlt.

Denn vielleicht ist das mein eigentliches „Rezept“ für wirklich pures Glück. Ich verleihe meinem Leben einen größeren Sinn. Ich fühle, dass ich zu etwas beitrage, das über meinen eigenen Tellerrand hinaus geht. Und das verbunden mit unserem Planeten, dem Ort, mit dem wir alle so viel mehr verwurzelt sind als wir es manchmal wahrhaben wollen.

 

5 Gedanken zu “Gedankenchaos Teil 1: Barfuß zwischen Glück und Sinn

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