going vegan. (part two)

Minimalism, minimalistic kitchen

Huhu du!

Wie versprochen, gibt es heute noch einen zweiten Beitrag über meinen Umstieg zu einer veganen Ernährung. Eine Fortsetzung, in der ich hauptsächlich über die körperlichen Veränderungen schreiben will, die ich seit meiner drastischen Umstellung bemerkt habe.

Bevor ich anfange, hab ich hier nochmal den ersten Beitrag zum Veganerdasein verlinkt, in dem es um meinen „Werdegang“ geht und ganz allgemeine Fragen beanwortet werden.

Ich will hier ganz ehrlich mit dir sein und nicht das Bild des durchtrainierten Mädchens am Strand, mit einer Avokado in der Hand, vervollständigen. Weil es eben auch schwierige Dinge gibt, die leider mitschwingen, wenn man seine Ernährung so stark ändert. Deswegen gibts heute auf jeden Fall #nobullshit und es mag dir vielleicht auf den ersten Blick vorkommen, als hätte ich mit meiner Entscheidung zu kämpfen. So ist es aber nicht! All die Punkte wiegen weit weniger, als die ethischen und ökologischen Aspekte, die ja meine eigentliche Motivation sind.

Bezüglich der Gesundheit veganer Ernährung scheiden sich die Geister ja bekanntlich ziemlich stark. Während die einen sagen, man hätte doch sicher ganz viele Mängel und Gemüse wäre ja gar kein „richtiges“ Essen, liest man von anderen, sie hätten gerade aus gesundheitlichen Gründen aufgehört tierischen Produkte zu essen.

Also jetzt mal zu meiner Erfahrung. Ich muss sagen, am Anfang ist es erstmal gar nicht cool. Mein Körper hat sein ganzes Leben lang tierische Produkte verarbeitet und war deswegen ziemlich überfordert, als ich von einem Tag auf den anderen plötzlich nur noch Pflanzen zu mir genommen habe. Bis meine Verdauung sich daran gewöhnt hatte, waren schon zwei drei Wochen vergangen. Das muss man eben einfach in Kauf nehmen schätze ich.

Einen Monat nach meinem Umstieg hab ich außerdem zum ersten Mal ein Blutbild machen lassen und es kam raus, dass ich wohl schon länger ohne Eisenwert durch die Gegend laufe und auch mein B12 Spiegel ziemlich im Keller ist. Ich hab davon witzigerweise rein gar nichts gemerkt. Allerdings glaube ich, dass diese Mängel schon von meiner langen Zeit als Teilzeitvegetarierin kommen und nicht erst durch den einen Monat vegane Ernährung entstanden sind.

Jetzt nehme ich Eisen und B12 als Supplement in Tablettenform ein. Jaja, ich weiß was du jetzt vermutlich denkst. Die bösen, bösen Supplemente. Dazu ein paar Worte.

Das Eisen ist tatsächlich sehr schwer versträglich und ich hatte am Anfang manchmal starke Krämpfe, einfach weil es ziemlich hoch dosiert ist. Hier muss ich aber anmerken, dass so ein starker Eisenmangel bei mir auch durch andere Faktoren zustande kam und das eigentlich kein reines „Veganer-Problem“ ist.

Mit dem B12 verhält es sich ein bisschen anders. Das ist nämlich nicht von Natur aus auch in Pflanzen drin, sondern es wird von Mikroorganismen auf dem Boden produziert. Ganz ursprünglich ging das Schwein oder das Huhn dann auf die Wiese, fraß Pflanzen und damit auch das B12 auf den Pflanzen und voilà: Wir aßen das Tier und nahmen so das Vitamin B12 auf. Daher kommt also der Gedanke, nur in Fleisch ist B12 enthalten. Was viele leider nicht wissen oder eben gar nicht wissen wollen, ist, dass die Tiere das B12 mittlerweile nicht mehr auf diese natürliche Weise aufnehmen können. (Das liegt einerseits daran, dass Nutztiere heut zu Tage äußerst selten einfach so auf eine Wiese gehen und andererseits daran, dass unsere Böden eben auch schon viel zu ausgelastet und tot für einen hohen B12 Gehalt sind.) Deswegen (Achtung jetzt wirds witzig!) bekommen Schweine und Hühner in der Fleischproduktion das B12 supplementiert in Tablettenform. Also an alle da draußen, die tatsächlich immer noch der Meinung sind, ein B12 Supplement sei völlig unnatürlich und schädlich: Meine Lieben, ihr esst das schon die ganze Zeit. Nur eben in einem toten Tier versteckt. (Die Kuh kann B12 zwar tatsächlich im eigenen Verdauungstrakt produzieren, aber wegen speziellem Futter und extra Züchtungen ist auch eher fraglich, wie viel wir davon noch durch Milch und Rindfleisch aufnehmen können…)

Wie auch immer, körperlich ist bei mir noch ein drittes „Problem“ hinzu gekommen. Das Sättigungsgefühl. Ich hab ja schon vor meinem Veganerdasein viel und oft gegessen, aber jetzt ufert das Ganze tatsächlich manchmal ein bisschen aus. Weil sich durch Gemüse meiner Meinung nach viel langsamer ein Sättigungsgefühl einstellt, als durch Tierprodukte, esse ich immer richtig viel und merke erst später, wenn es vielleicht mal wieder ein wenig zu viel war. Deshalb habe ich auch entgegen allgemeiner Erwartungen sogar zugenommen, statt abzunehmen haha.

Das Einzige, was ich nicht bestätigen kann, ist die Behauptung, die so ziemlich jeder „Alles-Esser“ immer als Argument nimmt: Man KANN ja gar nicht auf Tierprodukte verzichten. Mir fiel das vermeintliche Verzichten so viel leichter als gedacht! Klar, auch ich hab hin und wieder (etwa zweimal im Monat haha) richtig Lust auf Käse oder ein Stück Fleisch, aber dafür gibt es ja cheatdays und ansonsten fällt mir der Verzicht gar nicht mehr auf. Außer (und das will ich hier natürlich nicht verschweigen) man ist unterwegs mit „nicht-Veganern“ und muss etwas zu essen finden. Du kannst dir ja gar nicht vorstellen, wie oft ich in den letzten Monaten Pommes gegessen habe…

Was mir außerdem momentan noch sehr auffällt, ist eine neue emotionale Seite an mir. Wie angeekelt ich manchmal bin, wenn ich im Supermarkt abartig volle Fleischtheken sehe, Menschen haufenweise abgepackte Käse- und Wurstscheiben auf das Kassenband werfen, ihre Milchpalette für wenige Euro scannen lassen oder die eingeschweißten, falen Hühnchenschenkel unter dem Arm zum Ausgang tragen…

Ja ja, so schnell kann sich die eigene Realität verändern. Mehr dazu nächstes mal, stay tuned.

 

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