Über echo chambers, Perfektionismus und warum ich denke, dass eh schon jeder auf Plastiktüten verzichtet

Allgemein

Huhu du!

Ich bin schon wieder total aus meinem Rythmus raus und elend spät dran mit diesem Post. Dafür gibt´s heute aber etwas extra Außergewöhnliches und ich schreibe seit langem mal wieder in meiner „Allgemein“ – Rubrik. Es geht um ein Phänomen, das mir hin und wieder bewusst wird, aber viel öfter einfach in der hintersten Ecke meines Gedächtnis´ verschwindet und komplett unter den Tisch fällt.

Echo chambers, Meinungen und warum ich denke, dass eh schon jeder auf Plastiktüten verzichtet. Ganz schön langer Titel. Ich bin mir auch gerade gar nicht sicher, wie ich am besten anfangen soll.

Im Grunde genommen wissen wir wohl alle, worum es eigentlich geht. Und zwar darum, dass wir oft den Eindruck haben, alle Menschen in unserem Umfeld verhalten sich auf die gleiche bestimmte Weise. (Und hier meine ich vor allem unser „online-Umfeld“, jenes, das wir täglich auf social media beobachten und begleiten.)

Das liegt wohl vor allem daran, dass wir online gerne den Menschen folgen, die die gleichen Interessen haben, wie wir selbst. So werden wir bestätigt, in dem was wir tun. Das ist ja generell auch gar nicht schlecht. Ich persönlich bin oft total motiviert, wenn ich wieder eine neue Fair Fashion Marke oder eine Zero Waste Expertin finde. Dann kann ich richtig aufgehen in meiner Euphorie und will direkt anfangen, irgendetwas zu verändern.

Das Problem an der Sache ist aber, dass wir schnell in eine Ecke des Raumes „gedrängt“ werden. Wenn wir immer nur denen folgen, die dieselben Einstellungen, Interessen und Meinungen haben, dann sind eben bald nur noch diese Menschen um uns herum. Und dann, wenn wir gedankenlos in unsere kleine Scheinwelt abtauchen und durch unser Instagram feed scrollen, haben wir den Eindruck, alle Welt handelt genau so, wie wir es tun. Wir verallgemeinern. Klar ist das jetzt ein bisschen übertrieben, aber du weißt bestimmt trotzdem, was ich meine.

Es kommt noch „schlimmer“. Eigentlich verallgemeinern wir nicht nur, sondern es schleicht sich auch das Gefühl ein, alle machen es noch viel besser als man selbst. (Oder geht das nur mir so?) Und vor lauter Perfektionismus, in der Ecke des Raumes, in der ich mich befinde, bilde ich mir plötzlich ein, ich würde total hinterher hinken und bin nicht annähernd so weit gekommen, wie all die anderen Menschen da draußen. Dass diese vielen anderen Menschen nur ein winziger Bruchteil der Bevölkerung sind, vergesse ich in diesen Momenten natürlich.

Während ich also glaube, die Hälfte der Menschheit hat seit 3 Jahren keine Kleidung gekauft und braucht für den Müll eines ganzen Jahres nicht mehr als ein Marmeladenglas, gibt es Begegnungen, durch die ich wieder feststelle, wie die Realität wirklich aussieht. Nämlich so, dass Menschen in den Supermarkt gehen und drei Mandarinen in einen Plastikbeutel packen, damit sie auf dem Kassenband nicht schmutzig werden.

Ich habe mir vorgenommen, die Realität nicht aus dem Blick zu verlieren. Ich will diesem Druck entgehen, der einem auf social media begegnet und einem nur so ins Gesicht schreit: „Du hast in deinem Leben noch gar nichts erreicht. Schau doch was andere alles machen.“ Versteh mich nicht falsch, ich will hier gar nichts verteufeln, schließlich ist das alles eine tolle Inspirationsquelle. Trotzdem will ich kritisch bleiben. Sachen hinterfragen, über Sachen genauer nachdenken.

An dieser Stelle möchte außerdem ich nochmal meinen Beitrag Minimalismus? Paradoxien. verlinken, in dem es auch um Realität und Scheinwelt geht, von einer ganz anderen Perspektive aus.

Und weil einem eine Sache auf social media fast nie gesagt wird, mache ich das heute:

DU BIST GENUG.

2 Gedanken zu “Über echo chambers, Perfektionismus und warum ich denke, dass eh schon jeder auf Plastiktüten verzichtet

  1. Halloo 🙂
    Ich denke, ich kann gut nachvollziehen, was du meinst.. Wenn man grade in diesem „Weltverbesserer-Modus“ unterwegs ist und gern selbst etwas bewirken will, weiß man zunächst gar nicht so richtig wo man eigentlich anfangen soll. Und dann trifft man mal im Alltag oder aber eben vor allem auch in der virtuellen Welt auf diese unglaublich inspirierenden Menschen, die das Weltverbessern scheinbar schon perfektioniert haben. Da bekommt man glaub ich leicht das Gefühl, selbst noch gar nichts erreicht zu haben.
    Einerseits sind solche Menschen natürlich tolle Vorbilder, von denen man sich am liebsten gleich mehr als eine Scheibe abschneiden würde, andererseits können sie einen aber auch ein bisschen einschüchtern.. und ich finde es auch okay und sogar wichtig, dass man anerkennt, was man doch schon an seinem Verhalten verändert hat – und wenn man nur beim letzten Einkauf die Äpfel mal nicht in die Plastiktüte gepackt hat, ist das ja immerhin schon mal ein Schritt in die richtige Richtung, immerhin ein Anfang 🙂

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Kristin, danke, dass du hier deine Gedanken zu diesem Thema teilst. Du sprichst mir aus der Seele. Wir müssen einfach hin und wieder mal zurückschauen und uns erinnern, wie viel wir eigentlich schon verbessert haben. Das verlieren wir viel zu oft aus dem Blick. Einmal auf eine Plastiktüte verzichtet ist eben auch eine Plastiktüte weniger und das ist schon ein prima Schritt.
      Liebe Grüße, Celine 🌸

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