Über Körperbewusstsein und body positivity

mindfulness, pure Happiness

Wir stellen uns auf die Waage, verfolgen den Ernährungsplan aus einer Zeitschrift, gehen ins Fitnesstudio für den Beach Body, nehmen Schmerzmittel und Ersatzstoffe, die Liste ist lang. Das alles tun wir für unseren Körper, wir wollen gesund und fit sein und den best möglichen Zustand erreichen. Aber wann geht es dabei eigentlich wirklich um uns selbst?

Überlege kurz, wann du dich das letzte Mal gefragt hast, wie es dir geht. Wie fühlt sich dein Körper an, jetzt gerade in diesem Moment? Halte inne, höre in dich hinein, achte darauf, was du spürst.

Ich finde wir sollten unseren Körper kennen lernen, bevor wir uns damit beschäftigen seine Gesundheit zu verbessern. Wir sollten verstehen, was wir persönlich eigentlich brauchen, sollten alles hinterfragen, was wir über Gesundheit wissen und uns immer wieder daran erinnern: Unsere Körper sind alle einzigartig und deswegen sollten wir sie auch so behandeln.

Ich glaube dieses Verständnis, dieses Körperbewusstsein, ist bei vielen von uns in den Hintergrund getreten. Wir sind uns sicher, dass die Werbung, der Arzt und das Internet bestimmt wissen was brauchen, aber oft ist das gar nicht so. Nicht, dass du das jetzt falsch verstehst, auch ich gehe zum Arzt, nehme Antibiotika wenn es sein muss und suche mir Inspiration was Ernährung und co angeht  bei anderen Menschen. Trotzdem ist es für mich unglaublich wichtig geworden, eine achtsame Haltung gegenüber meinem Körper einzunehmen, und zwar ständig.

Ich bin zum Beispiel schon seit längerem der Überzeugung, dass wir keine Waagen brauchen. Denn jedes Mal, wenn wir uns auf die Waage stellen und zugenommen haben, löst das etwas in uns aus. Zunehmen entspricht einfach nicht unserem gesellschaftlichen Ideal. Dass das Ganze völliger Blödsinn ist, wissen wir, aber trotzdem hat so eine Waage einen enormen Einfluss auf uns. Und das paradoxe: Wahrscheinlich geht es uns mit diesem Gewicht sogar wunderbar gut, aber jetzt wo wir es in Zahlen sehen konnten, merken wir plötzlich, wie überfressen wir uns doch die ganze Woche schon fühlen. Mit solchen Mitteln spielen wir uns selbst etwas vor. Ich vertraue darauf, dass mein Körper es mir sagt, wenn ich irgendetwas ändern muss, sei es am Gewicht, an der Ernährung, an meinen sportlichen Aktivitäten.

Außerdem habe ich mir angewöhnt, wann immer es mir schlecht geht, ich mich unwohl fühle oder irgendetwas nicht ganz stimmt, mich erstmal ganz bewusst zu fragen, was wohl los ist. Wir haben meistens mehr als genug medizinische Kenntnis für die kleinen gesundheitlichen Probleme im Alltag. Und bevor ich irgendetwas Großes unternehme, trinke ich Ingwertee, mache Yoga, höre in mich hinein und lasse mir Zeit bei mir anzukommen, um die Situation zu verbessern.

Apropos Ingwertee… Ingwer ist mein top Tipp für eigentlich alles. Egal ob ich Halsweh hab, oder Bauchschmerzen oder mir einfach nur übel ist: Ingwertee ist für mich eine all in one Lösung. Je nach Problem gerne mit Honig oder Sirup, wenn mir schlecht ist, dann lieber pur. Wie du einen Ingwertee machen kannst und was ich sonst noch so dazumische gibt’s hier zu lesen.

Aber zurück zum Thema. Seitdem ich mein Körperbewusstsein schule und mich damit beschäftige, was in mir eigentlich los ist und wieso, habe ich gemerkt, wie wichtig body positivity ist. Denn wenn wir auf unseren Körper vertrauen wollen, uns von ihm leiten lassen wollen, dann müssen wir unseren Körper erst voll und ganz akzeptieren, wertschätzen, für ihn dankbar sein. Und hier setzt die body positivity ein.

Wir versuchen doch irgendwie alle, dem Schönheitsideal zu entsprechen. Und das ist auch gar nicht verwerflich oder sonst was, denn wir können ja gar nicht mehr anders. Jeden Tag werden wir zugeschüttet von Reizen, die uns allen erzählen wie wir sein müssten. Von social media, von der Werbung, von Mitmenschen. Und dann stehen wir daheim vor dem Spiegel und denken uns: Ich muss schlanker werden, meine Brüste sind zu klein, meine Beine haben keine schöne Form. Oder es passiert das, was ich mit der Waage versucht habe zu erklären: Unser Unterbewusstsein formt die Ideale unserer Gesellschaft zu unseren eigenen körperlichen Bedürfnissen.

Was uns selten gesagt wird ist, dass unsere Körper perfekt sind, so wie sie sind. Und weil das so selten gesagt wird, will ich es dir heute sagen:

Dein Körper ist einzigartig und wunderschön und unglaublich wertvoll. Er hat schon so viel geschafft, er trotzt deinem Alltag, er is immer da für dich und ein kleines Wunder der Natur. Du musst nichts verändern, wenn du dich in deiner eigenen Haut gerade wohlfühlst. Wenn jemand deinen Körper so wie er ist nicht schätzt, dann hab Mitleid mit ihm, denn er hat nicht verstanden was für ein Geschenk dein Körper ist.

Also mach dich frei von all diesen allgemeinen Bestimmungen, wie dein Körper sein soll, was dir gut tut, wie du gesund wirst. Stattdessen höre in dich hinein, beschäftige dich mit deinem Körper und achte auf ihn. Der einzige Punkt aus, von dem du etwas verändern solltest, ist, wenn du dich selbst in deiner Haut nicht gut fühlst. Nicht etwa, weil äußere Einflüsse dir das sagen. Geht es dir aber gut in deinem Körper, dann hast du dein Ziel schon längst erreicht: du bist gesund und wunderbar und schön, so wie du bist.

Denn: „Free yourself from the shackles of your judgemental mind. You have been perfect since the day you were born.“

Norway -492

 

 

 

4 Gedanken zu “Über Körperbewusstsein und body positivity

  1. Ich habe für mich beschlossen, dass ich erst dann gesund bin, wenn ich mir wegen Fitness und Ernährung keinen Stress mehr mache. Wenn ich mich grundsätzlich gesund ernähre und Sport mache, aber mir absolut keine Gedanken mache, wenn ich ein Stück Kuchen esse oder eine Woche lang keinen Sport mache. Wenn ich das tue, was nicht nur meinem Körper, sondern auch meiner Seele gut tut. Waage haben wir keine Zuhause. Zum Glück. Ich brauche es gar nicht zu wissen. Ich bin dann zufrieden, wenn ich im Spiegel Fortschritte sehen, die dem Aufwand entsprechen, die ich in mein Körper hineinstecke. Hätte ich eine Waage, wäre ich wahrscheinlich viel unzufriedener. Wie mein Hautarzt, der mich kürzlich gefragt hat, ob mich meine Pickel nicht stören. Bis dahin nicht. Aber jetzt, wo ich von einem Hautarzt darauf hingewiesen wurde, schon. Danke vielmals… Dabei geht es doch wirklich darum, wie wir uns fühlen. Nicht wie wir aussehen. Ein Mensch mit negativer Einstellung wird nie mit seinem Körper zufrieden sein, weil er nur seine Fehler sieht. Ein Mensch mit positiver Einstellung kann lernen, seinen Körper trotz der vielen Fehler zu lieben, weil er auch die vielen wundervollen Dinge, die unser Körper jeden Tag leistet, nicht vergisst.
    Danke für diesen wundervollen, Gedanken anregenden Beitrag.

    Alles Liebe
    Zoey

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Zoey,
      danke für deinen schönen Kommentar.
      Du hast recht, unser Kopf hat wirklich sehr viel damit zu tun wie wir uns selbst sehen und behandeln. Und mit dem kuchen geht es mir genau so haha! Wenn ich einen essen möchte dann ess ich auch einen, egal ob ich mich normalerweise sehr gesund ernähre. Essen ist ein kleines Stück vom Glück, da sollte man jeder Versuchung nachgeben!
      Schön das du schon so gut mit dir umgehen kannst, lass dich von deinem hautarzt nicht beirren, der handelt wahrscheinlich eh nur aus Eigeninteresse…
      Zufrieden mit sich zu sein und dankbar für alles, dafür dass man gesund ist und leben kann, das ist das aller wichtigste ♡
      Liebe Grüße, Celine

      Gefällt 1 Person

  2. Liebe Celine,
    ich habe jeden deiner Blogeinträge gelesen und bin auch schon „von Anfang an“ mit dabei. Bis jetzt habe ich nie kommentiert, weil deine Worte für mich immer schon alles sagen und ich nichts hinzuzufügen hatte. Das ist bei diesem Artikel auch so, es hat einfach gut getan, ihn zu lesen. Ich mag deine Art zu schreiben und auch deine Themenauswahl. Vor deinem Blog hatte ich mich schon viel mit Minimalismus beschäftigt, aber du näherst dich dem Thema auf eine andere Art, die mir sehr gut gefällt. Bei dir habe ich das Gefühl, dass du dich nicht darauf konzentrierst, was man alles weg lassen soll, sondern was einem alles für schöne Dinge bleiben. Ich freue mich immer, wenn die Email kommt, dass es einen neuen Blogpost gibt und nehme mir dann eine kleine Auszeit aus dem Alltag , um ihn in Ruhe zu lesen und mache danach mit einem noch besseren Gefühl weiter. Danke dafür!
    Liebe Grüße
    Sarah

    Gefällt 1 Person

    1. Liebe Sarah,
      du weißt ja gar nicht wie sehr ich mich freue das zu hören. Danke für deinen lieben Kommentar und deine Gedanken zu meinem Blog. Minimalismus soll etwas befreiendes, glückbringendes sein und genau das möchte ich hier weitergeben. Es freut mich also, dass es mir gelingt!
      Ich hoffe dir gefallen auch die kommenden Beiträge, ich hab noch so vieles im Kopf was ich teilen möchte.
      Danke, danke, danke für das Feedback! ♡
      Deine Celine

      Gefällt mir

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